Gemeindezentrum-Neubau: Kirchengemeinde lobt Architekten-Wettbewerb aus


Letzte Details besprochen: Eine Projektgruppe der Kirchengemeinde betreut den jetzt gestarteten Architekten-Wettbewerb gemeinsam mit Architekt Stefan Höpfinger (3.v.l.). Foto: fb Frank Bertram

Letzte Details besprochen: Eine Projektgruppe der Kirchengemeinde betreut den jetzt gestarteten Architekten-Wettbewerb gemeinsam mit Architekt Stefan Höpfinger (3.v.l.). Foto: fb Frank Bertram

Im Garten der einstigen Superintendentur (vorn) soll der Neubau entstehen. Foto: Konnerth

Im Garten der einstigen Superintendentur (vorn) am Stiftplatz unweit der Münsterkirche soll der Neubau entstehen. Foto: Konnerth

06.01.2017, fb. Die vor drei Jahren fusionierte Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Einbeck veranstaltet einen Architekten-Wettbewerb, um ein neues Gemeindezentrum am Stiftplatz zu bauen. Zehn Büros werden in dem bei der Architektenkammer Niedersachsen angemeldeten so genannten beschränkten Realisierungswettbewerb aufgefordert, bis spätestens Mitte April ihre Unterlagen inklusive einem Modell im Maßstab 1:500 einzureichen. Im Mai wird eine unter anderem aus Architekten, Mitgliedern des Kirchenvorstandes, dem ehemaligen und dem aktuellen Einbecker Bauamtsleiter sowie anderen externen Preisrichtern bestehende Jury entscheiden, welcher eingereichte Entwurf gewinnt. Der Kirchenvorstand hat bereits entschieden, diesen Siegerentwurf dann auch zu bauen und nur noch kleinere Veränderungen zuzulassen. Gebaut werden könnte nach der Genehmigungsphase dann im Jahre 2018, eine Fertigstellung wird zum Jahreswechsel 2019 angestrebt.

Diskutiert wird über einen Gemeindezentrum-Neubau schon seit Jahren. Ein bereits 2012 vorliegender Entwurf konnte letztlich nicht realisiert werden, weil nicht alle Anforderungen für die Arbeit der fusionierten Gemeinde berücksichtigt waren. Nach längerer interner Diskussion hat sich die Kirchengemeinde jetzt für einen Architekten-Wettbewerb entschieden, um zum Ziel zu gelangen.

Der Siegerentwurf soll am 8. Juni in einer Gemeindeversammlung vorgestellt werden. Wie teuer der Um- und Anbau werden kann, wurde zunächst nicht genannt, es stehe aber ein „auskömmlicher Kostenrahmen“ zur Verfügung, der später von Landeskirche, Kirchenkreis und Gemeinde finanziert wird, hieß es von der Projektgruppe des Kirchenvorstandes. Die Kosten für den Wettbewerb in Höhe von 14.000 Euro (Preisgelder) übernimmt die AKB-Stiftung. Bei einem Kolloquium und einer Ortsbesichtigung Anfang Februar können sich die aufgeforderten Architektenbüros informieren und Fragen stellen. Betreut wird der Wettbewerb von dem in Einbeck aufgewachsenen Architekten Stefan Höpfinger (Hannover) mit seinem Büro Saboarchitekten.

Die vier Einbecker Stadt- und Landgemeinden St. Alexandri, St. Jacobi, St. Marien und St. Nicolai (Hullersen) haben sich im Jahr 2014 zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Einbeck zusammengeschlossen. „Als Ausdruck dieses Neubeginns und unter Anknüpfung an die vielen lebendigen Traditionen der Gemeinde entsteht im Garten der alten Superintendentur am Stiftplatz ein neuer Gemeindesaal, in dem die Gemeindegruppen sich treffen, um miteinander zu feiern, zu tagen und musikalisch und künstlerisch zu arbeiten“, umschreibt die Projektgruppe die Anforderungen. Das Fachwerkgebäude der alten Superintendentur soll in renovierten Räumen die diakonische, pädagogische und verwaltende Arbeit beheimaten. „Der Bau im Zentrum der Stadt Einbeck und mit Blick auf den Chor der Münsterkirche St. Alexandri will durch seinen christlichen Geist und seine gastfreundliche Offenheit auch alle Mitbürger Einbecks einladen, in ihm die Gastfreundschaft der Gemeinde zu genießen.“

Zentrale Vorgabe für den Architekten-Wettbewerb ist, das aus dem Jahr 1807 stammende Fachwerk-Gebäude der ehemaligen Superintendentur mit einem Anbau so aus- und umzubauen, dass die Gemeinde dort zentral ihre notwendigen Nutzungen für Gemeindearbeit und Veranstaltungen realisieren kann: Etwa 70 Gruppen sollen sich dort regelmäßig treffen können, die Büro- und Verwaltungsarbeit der aktuell 8500 Mitglieder großen Kirchengemeinde soll dort erledigt werden; auch eine Verwalterwohnung soll bei den Planungen berücksichtigt sein. Ein notwendiger Saal mit kleiner Bühne soll Platz für rund 150 Menschen bieten und dreifach und einfach unterteilbar sein. Das Gebäude soll barrierefrei erschlossen werden, lautet eine weitere Vorgabe. Für das alles steht das 2139 Quadratmeter große Grundstück bis zur Stadtmauer zur Verfügung. Auf insgesamt 15 Seiten sind die Anforderungen für die Teilnehmer genau beschrieben. Beispielsweise soll es für den Saal eine Küche geben, in der auch Koch- und Backevents mit Jugendlichen und Konfirmanden stattfinden können.

Dazu auch:

Fusion beschlossen: Ab 2014 gibt es nur noch eine evangelische Kirchengemeinde in Einbeck (14.02.2013)
Kolumne "Nichts bleibt wie es immer war" (15.02.2013)
Neues Gemeindezentrum in der Marktkirche oder als Anbau am Stiftplatz? (19.10.2012)


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