Streit zwischen Gesellschafter-Gruppen des Einbecker Bürgerspitals


Weisen die Vorwürfe in einer Pressekonferenz im Bürgerspital zurück (v.l.): Christian von der Lühe (Mainz), juristischer Gesellschaftrecht-Berater, Beiratsvorsitzender Jochen Beyes (Einbeck), medizinischer Geschäftsführer und Gesellschafter Dr. Olaf Städtler und Gesellschafter Michael Heraeus (Drüber). Foto: fb Frank Bertram

Weisen die Vorwürfe in einer Pressekonferenz im Bürgerspital zurück (v.l.): Christian von der Lühe (Mainz), juristischer Gesellschaftrecht-Berater, Beiratsvorsitzender Jochen Beyes (Einbeck), medizinischer Geschäftsführer und Gesellschafter Dr. Olaf Städtler und Gesellschafter Michael Heraeus (Drüber). Foto: fb Frank Bertram

15.11.2016, fb. Es gibt offenen Streit zwischen Gesellschafter-Gruppen im Einbecker Krankenhaus: Medizinische Geschäftsführung und mehrere Gesellschafter des Einbecker Bürgerspitals haben sich am Montag gegen den unter anderem von der Gewerkschaft Verdi und anderen Klinik-Gesellschaftern öffentlich erhobenen Vorwurf gewehrt, sie hätten die übrigen Anteilseigner kalt entmachtet, um „durchregieren“ zu können. Jeder der neun Gesellschafter des nach der Insolvenz 2013 neu gestarteten Bürgerspitals habe weiterhin seine Anteile. Im Sommer sei lediglich die komplizierte Konstruktion der über einen Treuhänder und eine GbR verwalteten Gesellschafter-Anteile aufgelöst und die Führungsstruktur gestrafft worden, erläuterte Gesellschaftsrecht-Berater Christian von der Lühe (Mainz): „Keiner verliert hier Geld“.

Gründe für den Rücktritt von Jochen Beyes als Treuhänder der GbR seien unterschiedliche Auffassungen über Geschäftspolitik und Strategie der Klinik gewesen, die wieder schwarze Zahlen schreibt. Unter anderem ging es um Meinungsverschiedenenheiten, wie die Mitarbeiter beteiligt werden sollen, die lange auf Teile ihres Gehalts verzichtet haben. Der medizinische Geschäftsführer Dr. Olaf Städtler berichtete am Montag von einer aktuell angebotenen Zahlung von 20 Prozent des Weihnachtsgelds und einer 2,4-prozentigen Gehaltssteigerung; die Gewerkschaft Verdi habe leider bislang nicht auf dieses Angebot reagiert.  

„Wir kennen die Gründe bis heute nicht und können den Schritt auch nicht nachvollziehen“, hatte Gesellschafter Walter Schmalzried auch in Namen mehrerer anderer Gesellschafter dagegen am Wochenende zu dem Streit erklärt. Das Verhältnis zwischen dem medizinischen Geschäftsführer Dr. Olaf Städtler und dem Beiratsvorsitzenden Jochen Beyes auf der einen Seite und den anderen Gesellschaftern, darunter auch die Familie Büchting, sei massiv gestört, hatte Verdi erklärt.

„Wir bleiben Gesellschafter und glauben an das Krankenhaus“, sagte Unternehmer Michael Heraeus, der nach eigenen Angaben für fünf der neun Gesellschafter spricht. Unterschiedliche Meinungen im Gesellschafterkreis kläre man normalerweise unter sich. Die Verunsicherung sei durch die Gewerkschaft Verdi entstanden, die den Streit öffentlich gemacht habe, sagte Beiratsvorsitzender Jochen Beyes. „Wir lassen uns aber nicht beeinflussen.“

Verdi hatte nach der Freistellung des kaufmännischen Geschäftsführers Hauke Heißmeyer am Wochenende gefragt, wer das Einbecker Bürgerspital aktuell steuere. Heißmeyer war Mitte Oktober freigestellt worden. Zu den Gründen der Beurlaubung sagte Beyes lediglich: „Es sind uns Dinge auf den Tisch gelegt worden, die geprüft und bewertet werden müssen.“ Das sei für ein Aufsichtsgremium wie den Beirat völlig normal.


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