
Bürgermeister Ulrich Minkner enthüllte das Schild. Fotos: fb

Bürgermeister Ulrich Minkner (rechts) würdigte die Verdienste von "Gustl" Wenzel.

Neben Vertretern aus Politik und Sport waren auch Karl Rothmund (NFV) und Horst R. Schmidt (DFB) unter den Ehrengästen.

August Wenzel (links), hier mit dem damaligen niedersächsischen Innenminister Josef Stock. Archivfoto

BVB Allstars in Einbeck. Foto: Spieker&Woschek
[11.02.2012, fb] Das Einbecker Stadion an der Schützenstraße heißt seit heute August-Wenzel-Stadion. Bürgermeister Ulrich Minkner enthüllte im Beisein der Familie (Rudi Wenzel, Horst Wenzel) sowie zahlreicher Gäste aus Politik, Sport und Wirtschaft das Schild über dem Eingang zum 1957 erbauten Stadion. August Wenzel wäre heute 100 Jahre alt geworden. Das sei ein perfektes Datum für diese Würdigung eines großen Sportsmannes, sagte Bürgermeister Ulrich Minkner. "Sein Herz schlug immer zuerst für den Fußball."
Der Stadtrat hatte im vergangenen Jahr einstimmig für die Benennung des bisher namenlosen Stadions votiert. Die Idee stammte vom damaligen Sportausschuss-Vorsitzenden Burghard Jablonski (SPD). "Ausgerechnet von einem Sozi", sagte der lachend. August Wenzel war jahrelang in der CDU aktiv. Jablonski, selbst in seiner Jugend erfolgreicher Fußballer, erinnerte daran, was August "Gustl" Wenzel ihm damals immer gesagt hatte: "Jabi, mir ist ein Sozi lieber der Tore schießt als ein ein Schwarzer, der keine schießt."
Jablonski konnte auch die legendäre Anekdote aufklären, bei einem Spiel des HSV unter anderem mit Uwe Seeler in Einbeck seien die Hamburger damals wohl so benebelt gewesen nach einem Besuch des Urbockkellers, dass sie gegen Einbeck 05 verloren. Es sei nicht der Urbockkeller der Brauerei gewesen, sondern eine Diskothek in Sievershausen, wo die Kicker bis morgens früh in der Küche gebechert hatten.
Horst R. Schmidt, Schatzmeister des DFB, würdigte auch im Namen seines Funktionärskollegen Karl Rothmund vom NFV die Verdienste August Wenzels um den Fußball. Viele Jahre war Wenzel, wie Schmidt gebürtiger Aschaffenburger, als Fußball-Funktionär aktiv. Es sei Wenzel immer um die menschlichen Dinge gegangen, er habe immer ein offenes Ohr für die Fußballer und ihre Sorgen gehabt, "Gustl" sei immer ansprechbar bei Problemen gewesen. Eigentlich müsse ja das Stadion "Gustl"-Wenzel-Stadion heißen, denn in Fußballerkreisen sei der Name August nie verwendet worden. "Sie können es sich ja noch mal überlegen", wandte sich der DFB-Mann augenzwinkernd an Stadtrat und SVG Einbeck 05. Positiv aber sei, sagte Schmidt, dass das Stadion gegen den Trend nicht kommerzlich benannt worden sei, sondern nach einem großen Fußball-Vorbild.
Frühere Version:
[08.02.2012, fb] Das Einbecker Stadion an der Schützenstraße wird künftig den Namen August-Wenzel-Stadion tragen. Nächsten Sonnabend, 11. Februar, findet ab 11 Uhr die feierliche Umbenennung statt. August Wenzel wäre an diesem Tag 100 Jahre alt geworden. Bürgermeister Ulrich Minkner sowie der Stadtrat und der SVG-Vorsitzende Rudi Wenzel werden mit vielen Gästen die offizielle "Taufe" vornehmen.
Um 13.30 Uhr findet ein Benefizspiel zwischen der Traditionsmannschaft des BVB Dortmund und der SVG Einbeck 05 statt. Oldstars wie Frank Mill, Michael Lusch, Günter Breitzke, Michael Rummenigge, Michael Schulz und andere ehemalige Profis des amtierenden Deutschen Meisters der Fußballbundesliga werden mit dem Betreuer der Traditionsmannschaft, Günter „Kutte“ Kutowski, in Einbeck sein. Das Benefizspiel zur Eröffnung des "August-Wenzel-Stadions", zwischen der Traditionsmannschaft des BVB und der SVG Einbeck 05 dient der Jugendförderung der Spielvereinigung. Private Förderer und die heimische Wirtschaft beteiligen sich.
August „Gustl“ Wenzel kam 1946 in die Heimatstadt seiner Ehefrau nach Einbeck. In Aschaffenburg hatte er sich bereits für Fußball begeistert. In Einbeck engagierte er sich bei Einbeck 05. 1948 wurde er Vorstandsmitglied, 1956 Vorsitzender. Von 1949 bis 1974 leitete er den Kreissportbund Einbeck, von 1950 bis 1974 den Kreisfußballverband Einbeck. 1965 kam August Wenzel in den DFB-Beirat, später hatte er Sitz und Stimme in Ligaausschuss, Vorstand und Präsidium. Von 1969 bis 1988 war er Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes, ab 1975 zudem Vorsitzender des Norddeutschen Fußballverbandes. Später war er Ehrenpräsident des NFV und Ehrenmitglied im DFB.
Viele Jahre gehörte er als Aufsichtsrat der Niedersächsischen Toto- und Lottogesellschaft an. Als Mitbegründer einer Altenheimstiftung sorgte er dafür, dass unter seinem Vorsitz acht Altenheime in Niedersachsen gebaut wurden, unter anderem die "Deinerlinde" in Einbeck. Als NFV-Präsident ließ er die NFV - Sportschule und das Hotel im Fuchsbachtal in Barsinghausen zukunftsweisend ausbauen; 1996 erhielt das neu erbaute Leistungszentrum des NFV den Namen August-Wenzel-Stadion. August Wenzel verstarb am 6. Januar 2000. Mit der Namensgebung soll ein verdienter Einbecker Mitbürger und langjähriger Sportfunktionär posthum gewürdigt werden.