Geschichtsverein präsentiert Buch über das Chorgestühl von St. Alexandri


Buchvorstellung vor dem Chorgestühl (v.l.): Dr. Elke Heege, Hellmut Hainski, Udo Strohmeier, Willi Hoppe vom Einbecker Geschichtsverein, Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, Susanne Gerdes (Geschichtsverein), stellvertretender Bürgermeister Marcus Seidel, Michael Büchting (AKB-Stiftung) und Pastorin Dr. Wiebke Köhler. Fotos: fb Frank Bertram

Buchvorstellung vor dem Chorgestühl (v.l.): Dr. Elke Heege, Hellmut Hainski, Udo Strohmeier, Willi Hoppe vom Einbecker Geschichtsverein, Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, Susanne Gerdes (Geschichtsverein), stellvertretender Bürgermeister Marcus Seidel, Michael Büchting (AKB-Stiftung) und Pastorin Dr. Wiebke Köhler. Fotos: fb Frank Bertram

Das Chorgestühl in der Einbecker Münsterkirche mit Abbild wahrscheinlich des Stifters Heinrich Mirabilis.

Das Chorgestühl in der Einbecker Münsterkirche mit Abbild wahrscheinlich des Stifters Heinrich Mirabilis.

Buchcover (c) Verlag Isensee Oldenburg

Buchcover (c) Verlag Isensee Oldenburg

14.03.2017, fb. „Das ist voll alt“, erfahren Kinder bei einer Führung durch die Einbecker Münsterkirche St. Alexandri. Auf den hölzernen Klappsitzen konnten früher die Geistlichen in der Kirche sitzen: Das Chorgestühl der Münsterkirche aus dem Jahre 1288 gilt als das älteste seiner Art in Deutschland, das bis heute erhalten ist. Das aus Eichenholz gefertigte Kirchen-Möbelstück mit neun klappbaren Sitzen auf jeder der beiden Seiten ist mit Köpfen, Figuren und Pflanzen reich verziert. Dem vom damaligen Landesherrn Herzog Heinrich Mirabilis vor mehr als 700 Jahren gestifteten Chorgestühl ist jetzt ein Buch von Rolf Gramatzki gewidmet, das der Einbecker Geschichtsverein im Namen des im Mai 2010 verstorbenen Autors herausgegeben hat. „Er hat eine fundierte Arbeit hinterlassen, die wir mit großer Freude veröffentlichen“, sagt Willi Hoppe für das Redaktionsteam. Bislang sei erst 1979 ein einziges kleines Buch über das Chorgestühl erschienen. „Nun erfährt es eine kunsthistorische Würdigung.“

Die Erläuterungen des Chorgestühls auf insgesamt 151 Seiten sind reich bebildert, insgesamt 132 Fotografien finden sich auf 49 Seiten des im DIN-A4-Format erschienenen Buches. Breiten Raum in dem Werk nehmen die Zusammenstellungen der am Gestühl auftretenden Pflanzen-Ornamente und ihre Deutung ein. Die vorliegende Arbeit von Rolf Gramatzki versucht, die Entstehung des Chorgestühls und damit auch die der Hallenkirche St. Alexandri ausführlich mit Politik, Wirtschaft und sozialen Fragen der Zeit des späten 13. Jahrhunderts und deren Gedankenwelt in Verbindung zu bringen. Der Autor geht auch der Frage nach, welche Motive den Herzog zu seiner Stiftung bewogen haben: Er wollte an seiner späteren Grabstätte für sein Seelenheil vorsorgen.

„Darauf können sie sehr stolz sein, das gibt es weit und breit kein zweites Mal“, gratulierte der Präsident der Klosterkammer Hannover, Hans-Christian Biallas, zur Buchveröffentlichung über das seltene Chorgestühl. Die Klosterkammer und die AKB-Stiftung Einbeck haben den Druck des Buches finanziell ermöglicht.

Rolf Gramatzki war Kunstlehrer, hat auf Vorarbeiten seines Bruders Horst zurückgreifen können, der über das Kloster Fredelsloh promoviert hat. „Er hat sich in die Zeit des 13. Jahrhunderts zurück versetzt und das Chorgestühl aus seiner Zeit heraus zu verstehen versucht“, sagt Willi Hoppe über den Autor. „Die großen Eichen für das Gestühl waren beispielsweise seit einer Zeit gewachsen, als an das Christentum in der Region noch nicht zu denken war.“

Rolf Gramatzki: Das Chorgestühl der Stiftskirche St. Alexandri zu Einbeck, Isensee-Verlag Oldenburg, 151 Seiten, 11 Euro, ISBN 978-3-7308-1311-9


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