
Christian Grascha (FDP).
[24.01.2012, fb] "Wer für eine IGS ist, drückt beim Schulsterben aufs Gas." Mit diesen Worten hat sich jetzt der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha, der auch im Kreistag sitzt, in der neu aufgeflammten Schuldebatte im Landkreis Northeim zu Wort gemeldet. Am 1. Februar berät der Kreis-Schulausschuss über den vom Landrat vorgelegten Schulentwicklungplan. Im März soll der Kreistag entscheiden.
Bei sinkenden Schülerzahlen ein zusätzliches Angebot wie das einer IGS zu machen, sei nicht vernünftig, erklärte der FDP-Politiker. "Das wäre wie eine Einbahnstraße in verkehrter Richtung zu befahren." Grascha spricht sich dafür aus, so lange die Qualität des Unterrichts vertretbar und die Klassen groß genug seien, die Schulen der Sekundarstufe I in der Fläche zu halten. Er betrachte die in Einbeck geplante IGS aus strukturellem Blickwinkel, nicht ideologisch, betonte Grascha. Zurzeit ist die Entscheidung der IGS-Gründung vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg anhängig.
Durch ein neues Angebot IGS seien Schulen in Kalefeld, Kreiensen, Bad Gandersheim und Dassel gefährdet. Ebenso die Realschule und Hauptschule in Einbeck sowie das Roswitha-Gymnasium in Bad Gandersheim. Mittelfristig werde auch die Einbecker Goetheschule unter der sinkenden Schülerzahl leiden, meint Grascha. Die erfolgreiche Arbeit der Löns-Realschule Einbeck lasse sich am Besten mit der Gründung einer Oberschule, in der Realschule und Hauptschule aufgehen sollen, weiter entwickeln. Die Hauptschule in der Geschwister-Scholl-Schule sei nicht zu halten, zwei Hauptschulen in einer Stadt seien nicht mehr möglich, erklärte der FDP-Politiker.
In einem Pressegespräch hat sich Grascha auch zu aktuellen Fusionsdebatte von Gemeinden und Landkreisen geäußert. Die fünf Zukunftsverträge im Landkreis Northeim mit einem Volumen von insgesamt über 104 Millionen Euro Entschuldungshilfen seien einmalig in dieser Dichte im Land Niedersachsen. Der FDP-Politiker sieht bei den Fusionen keine weiteren bis 2013 und damit bis zur Landtagswahl. Zusammenschlüsse könne man "nicht in einem Jahr durchpeitschen". Gerade bei den Kreis-Fusionen müssten erst alle Daten der Beteiligten auf den Tisch und dann solle über die Konzepte der Bürger in einer Befragung das Wort bekommen, sagte Christian Grascha, der seit November auch Mitglied des Northeimer Kreistages ist.