Anekdoten vom roten Teppich
07.01.2019, fb – Politik

„Hipper kennt hier jeder“, sagt Dieter Henze, der Vorsitzende der Marinekameradschaft „Admiral von Hipper“. Ein voller Saal beim inzwischen 16. Neujahrsempfang in Folge mit Gästen aus dem gesamten Landkreis Northeim in ihrem Stützpunkt im Bürgerhaus in Kreiensen machte das deutlich. „2019 soll unser Wunsch in Erfüllung gehen“, freute sich der Vorsitzende, dass in diesem Jahr nach vielen Ermahnungen endlich die alten Fenster im Bürgerhaus Kreiensen erneuert werden sollen. Der Ehrengast des Empfangs, Oberstleutnant Reinhard Kiauka, nahm die Besucher mit an den roten Teppich.

Der Leiter des Stabsmusikkorps der Bundeswehr in Berlin berichtete über die Aufgaben der klingenden Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland. Die Musiker werden zusammen mit dem Wachbataillon für den protokollarischen Ehrendienst eingesetzt, sie spielen vor allem bei Staatsbesuchen zur Begrüßung, seien aber „in Freud und Leid bei der Truppe“, berichtete Kiauka. Der 51-jährige gebürtige Kölner leitet das Stabsmusikkorps seit 2014. Die Musiker werden beispielsweise auch bei Staatsbegräbnissen, beim Großen Zapfenstreich oder beim DFB-Pokalfinale im Olympiastadion eingesetzt. Und ein Trommler und ein Trompeter sind jederzeit einsatzbereit und mit allen notwendigen Impfungen ausgestattet, um zum Beispiel in Afghanistan toten Soldaten das letzte Geleit geben zu können. Auf 250 Einsätze im Jahr kommt laut Kiauka das Stabssmusikkorps, ein wenig mehr Personal sei da wünschenswert.

Am roten Teppich vor dem Kanzleramt ist das Stabsmusikkorps immer eine Stunde vor Beginn des Staatsbesuches vor Ort, 15 Minuten vorher dann auch in Präsentierformation parat. Manchmal erst drei Tage vorher erfährt Kiauka von diesen Einsätzen, „die Kanzlerin bringt uns schon manchmal ins Schwitzen“, berichtete der Musikkorps-Chef augenzwinkernd, schließlich müssten seine Musiker dann die Nationalhymnen des Gastlandes präsent haben.