Ausstellung "Bushman Art" bei KWS
19.02.2018, fb – Wirtschaft, Sonstiges

Eine ganz besondere Ausstellung zeigt KWS mit der inzwischen 50. Schau in der Reihe "Kunst im Biotechnikum": Nicht ein Künstler präsentiert seine Werke, sondern die Einbecker Sammlerin Hella Rabbethge-Schiller stellt Kunstwerke der Sammlung "Bushman Art" vor. Am Donnerstag, 1. März, um 18.30 Uhr kann jeder Interessierte die 47 Bilder anschauen und sich der Führung durch die Sammlerin anschließen. In leuchtenden Farben beschwören die San, Buschleute aus Namibia und Angola, bei ihren Werken eine längst versunkene Welt voller fabelhafter Wesen herauf. Seit jeher hat das uralte Sammler- und Jägervolk seine magisch-mystischen Geschichten in den weltberühmten Felsbildern des südlichen Afrikas festgehalten. Dass die Malerei der San längst auch in der westlichen Welt anerkannt ist, liegt an ihrer Kraft und Unbekümmertheit – und an dem Engagement von Hella Rabbethge-Schiller. "Wir sind dankbar, die faszinierende, in ihrer Qualität bestechende Sammlung Hella Rabbethge-Schillers in unseren Räumen präsentieren zu können: Als willkommene Bereicherung unseres Ausstellungsprogramms - und als Einladung, mithilfe der Weltsprache Kunst eine faszinierende Welt voller Mythen und Magie zu betreten", sagt KWS-Vorstandssprecher Dr. Hagen Duenbostel.

Kunsthistoriker Ulrich Krempel stellte bei der Vernissage rund 200 Gästen das Projekt, die Künstler und die 47 Kunstwerke der Ausstellung vor. Zusätzlich wurden alle 260 Werke der Sammlung während der Eröffnung über einen Beamer projiziert. "Die San wären in ihrer bedrohten Lebenssituation ohne das Kunstprojekt womöglich nie als Künstler entdeckt worden. Ein wenig möchte diese Ausstellung auch den Versuch unternehmen, die Menschen und ihre Kultur hinter diesen faszinierenden Bildern ins Licht zu holen", sagte Krempel.

Die gezeigten Arbeiten entstanden seit 1993 als Teil der Kunstinitiative "!Xun&Khwe Art Project" im südafrikanischen Flüchtlingslager Schmidtsdrift. Rund 4500 Buschleute des Volks der San waren 1990 vor dem Bürgerkrieg in Namibia und Angola dorthin evakuiert worden. Die Galeristin und Kunstsammlerin Hella Rabbethge-Schiller besuchte das Lager erstmals 1994 und erkannte das große Potenzial der Bilder, die die San in ihnen zuvor unbekannten Techniken – Tafelmalerei und Linolschnitt – mit erstaunlich leichter Hand anfertigten. Fortan engagierte sich Rabbethge-Schiller als offizielle Repräsentantin für das Kunstprojekt, reiste regelmäßig nach Schmidtsdrift, um den Fortgang des Projekts für Vorträge und Publikationen zu dokumentieren und die Künstler mit Arbeitsmaterialien auszustatten. Hella Rabbethge-Schiller, 1949 in Einbeck geboren, lebte lange in Rosenheim bei München und seit 2013 wieder in Einbeck.

Die in Schmidtsdrift formulierten Bilderwelten beschwören einerseits die alte, von Mythos und Magie geprägte Ursprungskultur der San, zeugen zugleich aber auch von den Einflüssen der modernen, von Globalisierung und allgegenwärtiger Kommunikation geprägten Welt, heißt es in einer Pressemitteilung. Die farbenprächtigen Bilder der San sind die letzten Zeugnisse einer verschwundenen Kultur und dokumentieren ein einzigartiges, magisches Denken in Bildern.

"Als immer internationaler werdendes Unternehmen sind wir dankbar für neue Eindrücke, andere Kulturen und Mentalitäten – und was würde diese Haltung besser zum Ausdruck bringen, was würde unsere Neugier besser entfachen als ‚Bushman Art‘", sagte KWS-Vorstandssprecher Dr. Hagen Duenbostel bei der Ausstellungseröffnung.

Interessierte können die Ausstellung am Donnerstag, 1. März, um 18.30 Uhr besuchen. Anmeldungen dafür nimmt Bettina Alex bei KWS unter Telefon 05561-311-638 oder bettina.alex@kws.com entgegen.