Domfestspiele feiern ihr Jubiläum in Einbeck
11.07.2017, fb – Politik, Unterhaltung, Freizeit

"Läuft bei uns!" - so lautet das Motto der Gandersheimer Domfestspiele 2018. Diese 60. Spielzeit feiert Niedersachsens größtes Freilichttheater in Einbeck, im Ortsteil Greene, auf der 1308 erstmals erwähnten Burg. Dort, wo einmal alles anfing. Denn bevor 1959 erstmals vor der 1000-jährigen romanischen Stiftskirche Theater gespielt wurde, gab es bereits Burgfestspiele in Greene, 1953 von Eberhard Gieseler ins Leben gerufen, dem Mann, der auch erster Intendant in Bad Gandersheim wurde. Ein großes Jubiläumsfest zum 60. Geburtstag der Gandersheimer Domfestspiele findet am Donnerstag, 12. Juli 2018, im romantischen Innenhof der Burgruine Greene statt. Mit dabei sein werden viele ehemalige Darsteller und Mitwirkende, die große Jubiläumsshow wird begleitet von Musik aus 60 Jahren Domfestspielen und Szenen aus längst vergangenen Stücken, kündigte Intendant Achim Lenz an.

Unter das durchaus provokante Motto „Läuft bei uns!“ hat Intendant Achim Lenz die 60. Spielzeit der  Gandersheimer Domfestspiele gestellt, die vom 10. Juni bis 5. August 2018 stattfinden werden. Der Kartenvorverkauf startet am 3. November 2017. „Läuft es denn wirklich bei uns?“, fragt Lenz. Für Theaterbetriebe wie die Gandersheimer Domfestspiele werde es zunehmend schwerer, in einem „eventgesteuerten privaten Kulturbetrieb“ zu bestehen. Langfristige Förderung sei unbedingt nötig, um die Festspiele – die auch ein starker Wirtschaftsfaktor in einer strukturschwachen Region sind – am Leben zu halten. „Mit dem Motto will ich bewusst provozieren und klarstellen, dass sich ein Theaterbetrieb nicht von allein am Laufen hält“, sagt Lenz. Rund zwei Millionen Euro beträgt der jährliche Etat der Festspiele. Wie schon in dieser Spielzeit sind die Festspiele für 2018 auf der Suche nach geeigneten Probenräumen, mindestens drei sind notwendig, damit das 20-köpfige Ensemble die vier Hauptproduktionen vor Ort ab 30. April neu kreieren kann. Der Aufsichtsrat der gGmbH sucht derzeit auch nach einer eigenen Immobilie. 

Was wird 2018 gespielt?

„Mit Jedermann verpflichte ich mich der Tradition, als Jubiläumsstück diese alte Geschichte vor der Stiftskirche immer wieder aufs Neue zu erzählen“, sagt Achim Lenz über den Klassiker von Hugo von Hofmannsthal, mit dem 1959 die Domfestspiele angefangen haben. Jedes Jahrzehnt habe seine eigenen Antworten, jede Zeit habe ihren eigenen "Jedermann". Zuletzt stand 2008 der Klassiker auf dem Spielplan. Lenz verspricht eine neue Version des bekannten Spiels vom Sterben des reichen Mannes, bei der das Ensemble spielt, singt und tanzt. Es werde live von einer Band gespielte Musik geben, akrobatische Einlagen und eine aufwändige Ausstattung. Mit dabei sein werden auch Laien-Schauspieler aus der Region, dafür kündigte Lenz ein Casting an.

Mit "Fame" gehen die Gandersheimer Domfestspiele den spannenden Weg des Tanz-Musicals weiter und wollen versuchen, an den Erfolg von "Saturday Night Fever" in diesem Sommer anzuknüpfen. Das Rezept heißt laut Lenz wieder: mitreißende Musik, heiße und wilde Choreographien und eine spannende und bewegende Geschichte. Das Musical erzählt den großen Traum von Glanz, Glück und Ruhm.

Die zweite musikalische Produktion vor dem Portal der Stiftskirche kommt aus dem noch recht neuen Genre der Musical-Comedy: "Die Addams Family" wird seit Jahren an zahlreichen Theatern Europas erfolgreich gespielt und soll ein monstermäßiger Spaß mit Lachgarantie werden. „Zwei große musikalische Produktionen auf die Bühne zu bringen, ist für uns nicht einfach zu stemmen, wir reagieren damit aber auf unser Publikum“, erklärt Lenz seine Stückauswahl.

Als Kinder- und Familienstück zeigen die Gandersheimer Domfestspiele 2018 "Peter Pan". Intendant Achim Lenz hat ihn als Helden seiner Kindheit in positiver Erinnerung: „Er hat mich damals in die Welt der Phantasie entführt und nicht mehr losgelassen“. Mit ihm können sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen identifizieren und durchleben an seiner Seite immer wieder neue Abenteuer, werden von ihm mitgenommen nach Nimmerland. Gespannt dürfen alle sein, wie Peter Pan alle mit eine Traumreise durch die Lüfte vor der Stiftskirche nehmen wird.