Einbecker Brauhaus in guter Verfassung
29.05.2018, fb – Wirtschaft

In guter Verfassung sieht sich die Einbecker Brauhaus AG nach Abschluss des mehrjährigen Masterplanes und dem „letzten Übergangsjahr 2017“: „Wir haben eine ordentliche Kostenstruktur und somit auch die Finanzkraft, auf Veränderungen des Marktes zu reagieren“, sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß heute vor 310 Aktionären bei der Hauptversammlung in der PS-Halle in Einbeck. „Ab 2018 werden sich die positiven Effekte voll auswirken“, erklärte er. „Wir bekommen die Möglichkeit, wieder verstärkt in unsere Marken und den Markenaufttritt zu investieren.“

Allein verbesserte Kostenstrukturen reichten jedoch nicht aus, sagte Gauß. Im Januar dieses Jahres habe das Einbecker Brauhaus mit Ausnahme der Marke Nörten-Hardenberger die Flaschenbier-Preise erhöht – wie auch andere Großbrauereien das getan hätten. 2018 wird die Preiserhöhung nach Prognose des Brauerei-Vorstandes zu einem Absatzrückgang führen. Im ersten Quartal sei es bereits spürbar gewesen, sagte Gauß. Deutliche Absatzrückgänge habe man vor allem beim Mai-Ur-Bock zu verzeichnen. „Das ist deshalb besonders bitter, weil es den Mai eben nur einmal im Jahr gibt“, sagte der Brauerei-Vorstandssprecher. Das gute Wetter im April und Mai habe die bisherigen Rückgänge insgesamt aber teilweise schon wieder kompensiert. „Das Wetter ist unser bester Verkäufer.“ Auch von der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft erhofft sich die Einbecker Brauerei „Absatzimpulse“, wie es Gauß formulierte. In Getränkemärkten sollen „Stadien“ in Form von Bierkästen aufgebaut werden.

Für Lothar Gauß war die Hauptversammlung seine letzte, der dann 65-Jährige wird zum 1. Oktober in den Ruhestand gehen. „Es ist alles bestens vorbereitet“, sieht Gauß das Einbecker Brauhaus gut aufgestellt. Lothar Gauß war seit 1989 im Unternehmen, seit 1997 im Vorstand und seit 2011 dessen Sprecher. In Zukunft wird die Aktiengesellschaft nur von einem Vorstandsmitglied vertreten, das bleibt Martin Deutsch.

Die Aktionäre folgten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen, aus dem Bilanzgewinn im Geschäftsjahr 2017 in Höhe von rund 332.837,45 Euro (Vorjahr: 650.025,92 Euro) wieder eine Dividende von 8 Cent je dividendenberechtigter Stückaktie zu zahlen. Der Jahresüberschuss lag mit 301.000 Euro deutlich unter dem des Vorjahres (1,053 Millionen Euro) und auch unter dem von 2015 (444.000 Euro). Das Unternehmen führt das darauf zurück, dass im vergangenen Jahr die Neubewertung der Verpflichtungen für die Altersversorgung einmalig mit rund 600.000 Euro berücksichtigt werden musste.

Das Ergebnis 2017 wurde laut Einbecker Brauhaus AG durch die Schließung des Brauereibetriebes der Martini Brauerei Kassel und die Grundstücksentwicklung an der Kölnischen Straße in Kassel mit rund 500.000 Euro belastet. Ende 2017 beschäftigte das Unternehmen 122 Mitarbeiter (Vorjahr: 127) und unverändert 13 Auszubildende. Seit Beginn des Masterplanes wurden 30 Planstellen abgebaut.

Im Geschäftsjahr 2017 setzte die Einbecker Brauhaus AG mit 576.000 Hektoliter insgesamt erneut weniger Bier ab, jedoch nur 10.000 Hektoliter weniger als 2016. Im Vorjahr ging der Absatz noch um 19.000 Hektoliter zurück. Mit 1,7 Prozent weniger liegt der Rückgang auch unter dem Biermarkt, der um 2,3 Prozent rückläufig war. Bei den Eigenmarken Einbecker Brauherren Pils und Einbecker Landbier sind die Einbecker mit der Absatzentwicklung zufrieden. Beide liegen laut Gauß knapp über Vorjahresniveau.

2017 konnte das Brauhaus beim Einbecker Alkoholfrei um 19 Prozent auf 8200 Hektoliter zulegen. Die Brauerei prüft, weitere alkoholfrei Biere und Biermischgetränke einzuführen.

Auf niedrigem Niveau hat sich das Exportgeschäft um 3300 auf 5200 Hektoliter positiv entwickelt, Zuwächse gab es vor allem in den USA, China und Schweden. Neu ist ein Export-Bockbier, das in Nachfolge des Lutherbieres zur einmaligen Besonderheit werden soll.

Aktuellste Investion war eine neue 2500 Quadratmeter große Logistikhalle für Voll- und Leergut an der Hansestraße in Einbeck für 1,3 Million Euro, die Anfang dieses Jahres in Betrieb genommen werden konnte.