Einbecker Polizei geht jetzt mit Tablet-Computer auf Streife
07.09.2016, Frank Bertram – Politik, Wirtschaft, Sonstiges

07.09.2016, fb. Muss das Foto eines Vermissten schnell viele Menschen erreichen, kann jetzt auch die Einbecker Polizei auf mobile Technik setzen: Mit dem seit wenigen Tagen in der Praxis eingesetzten Tablet-Computer kann mit der eingebauten Kamera bei Angehörigen ein Foto beispielsweise von einem Familienbild aufgenommen und via Polizei-Intranet schnell an die suchenden Polizeikollegen weiter geschickt werden. Das Hochladen der Abbildungen von Vermissten ist aber nur eine Anwendung der neuen mobilen Geräte, die in den Streifenwagen im Einsatz sind. Halteranfragen bei auffälligen Pkw oder Personen-Abfragen bei Verdächtigen nach Vorstrafen oder aktuell vorliegenden Fahndungen oder Haftbefehlen können die Polizeibeamten mit dem Tablet am Einsatzort direkt durchführen. Die Technik ist derzeit im erweiterten Probebetrieb, mehrere Funktionen werden erst noch freigeschaltet. "Das Tablet ist bei den Kollegen auf positive Resonanz gestoßen", sagt Polizeikommissar Gerrit Becker. Er hat als Multiplikator seine Kollegen im Einsatz- und Streifendienst des Polizeikommissariats Einbeck geschult.

Einige Kollegen hätten auch schon konstruktive Kritik und Verbesserungsmöglichkeiten beigesteuert, berichtet Becker. Anfang Juni hatte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius in Hannover die ersten Tablets an die Polizei ausgegeben.

Mit den acht Zoll großen Tablets vom Typ Sony Xperia Z3 können Daten erfasst und abgefragt werden. Wichtige Informationen müssen so nicht mehr erst handschriftlich notiert und dann später im Büro ins System eingegeben werden, dadurch sollen die Polizeibeamten mehr Zeit für Einsätze auf der Straße haben.

Die Tablets sind mit einem speziell gesicherten Betriebssystem ausgestattet, um die personenbezogenen Daten optimal zu schützen. Von dem Endgerät können keine Daten gezogen werden, weder über USB noch Bluetooth. Auch andere Apps lassen sich auf den Polizei-Tablets nicht installieren. Die mobilen Geräte wählen sich verschlüsselt ins Intranet der zentralen Polizeidirektion in Niedersachsen ein.

Mit den Tablets können die Polizeibeamten schnell und unkompliziert polizeiliche Informations- und Auskunftssysteme mobil nutzen. Bislang war das nur mündlich über Funk möglich, was speziell bei Abbildungen oder Fotos ein Problem darstellte. Möglich ist jetzt via Tablet direkt am Einsatzort der Zugriff auf Fahndungssysteme, auch Anfragen beim Kraftfahrtbundesamt sind möglich.

Die Polizisten können vor Ort Vorgänge im Polizei-Vorgangsbearbeitungssystem Nivadis anlegen - als Grundlage für die späteren ausführlichen Berichte, beispielsweise wenn sie eine Ölspur entdeckt und den Fall aufgenommen haben. Informationen müssen nicht mehr doppelt erfasst werden. Bislang können die Daten von Verkehrsunfällen und Straftaten noch nicht mobil angelegt werden, das werde aber folgen, wenn der erweiterte Probebetrieb abgeschlossen ist, berichten Gerrit Becker und der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Einbeck, Polizeihauptkommissar Thomas Papenberg.