Friederike-Folgen verzögerten Wertholzsubmission
03.03.2019, fb – Wirtschaft

In diesem Jahr ist alles ein wenig anders: Zwei Monate später als üblich fand die Versteigerung wertvoller Holzstämme statt. Schuld war Sturmtief Friederike und seine Folgen in und für die Wälder, die Dürre des Sommers und Borkenkäfer kommen als Probleme hinzu, erläuterte Forstamtsleiter Michael Degenhardt nach der Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission. Diese haben das Landwirtschaftskammer-Forstamt Südniedersachsen und die Holzlagerlatz Vogelbeck GbR in Zusammenarbeit mit den Landesforsten durchgeführt. Die Waldbesitzer zeigten sich mit dem Ergebnis der Submission sehr zufrieden.

Trotz der angespannten Lage habe mit 2720 Festmetern insgesamt fast so viel Wertholz angeboten werden wie im Vorjahr (2942 Festmeter), informierte Degenhardt. Die im Herbst und Winter gefällten wertvollen Eichen- und Buntlaubholzstämme (z.B. Esche, Bergahorn, Kirsche) wurden per Lkw auf zentrale Lagerplätze in Vogelbeck, Suterode und Liebenburg gebracht. Auf dem Holzlagerplatz des Privatwaldes in Vogelbeck wurde mit 1148 Festmetern die größte Menge angeboten, berichtete Degenhardt.

Die Eiche war mit 1904 Festmetern (Vorjahr: 1505 Fm) die dominierende Holzart der Submission. An zweiter Stelle folgt die Esche mit 675 Festmetern (Vorjahr: 1263 Fm). Ende Februar wurden die schriftlichen Gebote geöffnet: Es haben 27 Holzkäufer aus Deutschland, Polen und Dänemark (Vorjahr: 40) insgesamt 7681 Gebote abgegeben (Vorjahr: 10.000). Das sind durchschnittlich sechs Gebote pro Los (Vorjahr: 7,7 Gebote, ein Los ist eine Verkaufseinheit und kann aus einem oder mehreren Stämmen bestehen). Bis auf 18 Festmeter konnte alles Holz verkauft werden.

Der Gesamtumsatz lag bei rund 1,225 Millionen Euro (Vorjahr: 1,19 Millionen Euro), was über alle Holzarten einem durchschnittlichen Erlös von 454 Euro (Vorjahr: 408 Euro) entspricht. Die "Braut der Submission", das teuerste Holz, war eine Eiche, sie stammt aus den Klosterforsten der Klosterkammer Hannover und erbrachte 1322 Euro pro Festmeter, was insgesamt 4284 Euro für den Holzstamm ergab, der an ein Furnierwerk in Süddeutschland geht.

Beim Eichenwertholz lag der Preis mit 559 Euro pro Festmeter etwas unter dem hohen Niveau des Vorjahres (589 Euro). Die Durchschnittspreisberechnung erfolgte in diesem Jahr anders als im Vorjahr, erläuterte Forstamtsleiter Michael Degenhardt. Im vergangenen Jahr seien "Wildeichen" getrennt erfasst worden, das seien Eichen mit besonders vielen Beulen und Klebästen, die für Furniere oder Möbel verwendet werden, im Preis jedoch unter hochwertigen Wertholzeichen liegen. Da diese jetzt mit eingerechnet sind, ist der Durchschnittspreis rechnerisch gesunken.

Eschen von guter Qualität waren erneut gefragt. Der Durchschnittspreis ist jedoch auf 201 Euro pro Festmeter um etwa zehn Prozent gesunken. Hauptursache ist laut Degenhardt eine geringere Qualität der angebotenen Esche im Vergleich zum Vorjahr. In der Spitze erzielte eine Esche 342 Euro pro Festmeter.

Da Kirschen- und Bergahornholz auch in diesem Jahr nicht in Mode sind, wurden nur sehr wenige Stämme angeboten, von denen die besseren verkauft werden konnten.

Der Holzlagerplatz Vogelbeck gehört mit einer Fläche von rund sechs Hektar und einer Lagerkapazität von etwa 3000 Festmetern Holz zu den größten Wertholzplätzen Deutschlands. Eigentümer ist die Holzlagerplatz Vogelbeck GbR mit den Gesellschaftern Forstbetriebsgemeinschaft Northeim und Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover. Eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Waldbesitzern. Vorsitzende der FBG sind Hilmar von Petersdorff-Campen (FBG Northeim etwa 8000 Hektar Mitgliedsfläche) und Dr. Bernd von Garmissen (FBG Südhannover etwa 18.000 Hektar Mitgliedsfläche).

Das Forstamt Südniedersachsen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat seinen Sitz in Hildesheim und erstreckt sich von Hameln bis Helmstedt und von Hannover bis Hann. Münden. Das Forstamt betreut mit 15 Bezirksförstereien rund 40.000 Hektar Privatwald, wovon rund 26.000 Hektar in 18 forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen organisiert sind. Die durchschnittliche Waldgröße je Besitzer beträgt zehn Hektar. Durchschnittlich werden jährlich etwa 160.000 Festmeter eingeschlagen und vermarktet. Forstamtsleiter ist Michael Degenhardt. Die für den Lagerplatz zuständigen Bezirksförster sind Bernhard Cassens-Sasse und Dieter Scholz.