Gewalt kommt nicht in die Tüte
21.11.2017, fb – Politik

Gewalt kommt nicht in die Tüte - auf weißen Brötchentüten ist der Spruch deutlich zu lesen; gleichzeitig die Information und eine Telefonnummer, wo es Hilfe geben kann. Mit der Aktion machen die Gleichstellungsbeaufragte der Stadt Einbeck, Simone Engelhardt, und das Einbecker Frauenforum auf das Thema Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam. Die gibt es auch in der Region: In Fällen von angezeigter häuslicher Gewalt kam es im vergangenen Jahr im Landkreis Northeim zu 229 Polizeieinsätzen, erstmals gab es auch zwei Todesfälle bei häuslicher Gewalt, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Uljana Klein. Sie unterstützt die Aktion, sorgt für eine kreisweite Verteilung der insgesamt 15.000 Brötchentüten. In den Bäckereien Biel, Binnewies, Mateika, Ruch und Take gehen die Brötchentüten beim täglichen Einkauf über den Tresen. Anlass der Aktion ist der Internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November. An diesem Tag wird vor dem Neuen Rathaus in Einbeck auch wieder die Fahne von "Terre des Femmes - frei leben ohne Gewalt" gehisst.

Die Brötchentüte ist individuell in Einbeck für die Aktion entworfen worden. Mit den weißen Tüten und der dort aufgedruckten Nummer des kostenlosen Hilfstelefons 08000-116016 soll in der Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht werden. Rund um die Uhr beraten Mitarbeiterinnen des bundesweiten Hilfstelefons zu allen Formen von Gewalt an Frauen.

Das Einbecker Frauenforum, in dem alle weiblichen Ratsmitglieder aktiv sind, hat außerdem Aufkleber mit der Nummer des Hilfstelefons in Geschäften, öffentlichen Einrichtungen und Gaststätten verteilt, mit der Bitte, diese gut sichtbar in den Damentoiletten anzubringen. Dort können sie möglicherweise betroffenen Frauen innerhalb eines geschützten Raumes die Möglichkeit geben, Kontakt zu dem Hilfsangebot aufzunehmen. Wer weitere Aufkleber benötigt, kann sich an die Gleichstellungsbeauftragte im Neuen Rathaus wenden.

Der Internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen geht auf die Ermordung von drei Schwestern zurück, die 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet worden sind.