Gleichberechtigung anderen Kulturen nahe bringen
27.08.2017, fb – Wirtschaft, Politik

Werte unserer Gesellschaft wie die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zugewanderten Menschen aus anderen Kulturen nahe bringen - das wollen zwei Projekte, die in Einbeck im September mit dem landesweiten Programm "Gleichberechtigt leben - Unsere Werte, unser Recht" umgesetzt werden: ein Theaterworkshop für Auszubildende und ein Vortrag über Frau und Familie im Islam. Das Land Niedersachsen fördert mit 1500 Euro die Hälfte der Projektkosten. Simone Engelhardt, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Einbeck, hat zusammen mit Uljana Klein, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Northeim, und Kathrin Düvel, Abteilungsleiterin Sozialpädagogik-Pflege-Hauswirtschaft an der BBS Einbeck, die Veranstaltungen vorbereitet. Zielgruppe des Vortrags am 21. September in der Rathaushalle sind alle, die Berührungspunkte mit geflüchteten Menschen haben, Flüchtlinge selbst, aber auch alle anderen Interessierten.

Über das Thema Frau und Familie im Islam spricht am Donnerstag, 21. September, ab 18 Uhr im Alten Rathaus in Einbeck Patricia Jessen vom Institut für interdisziplinäre Beratung und interkulturelle Seminare (Ibis). Dabei soll es um Rollenbilder und Stereotype gehen und wie diese bewusst gemacht werden können. Eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Es ist die Philosophie des Ibis-Instituts, Hintergrundwissen zu vermitteln, Interessierten andere Kulturen näher zu bringen und so gemeinsame Gesprächsgrundlagen zu schaffen und die Herausforderungen zu meistern, die das Zusammentreffen verschiedener Kulturen bedeutet. Die Anmeldefrist für diesen Vortrag läuft bis zum 15. September. Anmeldungen sind via E-Mail möglich unter gleichstellung@einbeck.de.

Mit einem Theaterworkshop werden am 19. September rund 70 zukünftige Erzieherinnen, sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten sowie Schüler aus dem Bereich Heilerziehungspflege angesprochen, die an ihrem späteren Arbeitsplatz als Multiplikatoren wirken können. Die Theatergruppe „Mensch:Theater!“ wird in der BBS Einbeck ein interaktives Theaterstück initiieren, in dem es um Missverständnisse und Konflikte aufgrund von kulturellen Unterschieden geht, insbesondere bezogen auf die unterschiedlichen Rollenverständnisse von Männern und Frauen. Ziel ist, die Augen zu öffnen, das eigene Verhalten zu reflektieren, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu sehen, den positiven offenen Blick zu bewahren. Ungewöhnlich an diesem Theaterstück ist, dass die Zuschauer direkt eingebunden werden. Ab einem bestimmten Eskalationspunkt sollen sie aktiv als Schauspieler oder Regisseur in das Geschehen eingreifen, Theater nicht nur konsumieren, sondern aktiv erleben. Um die so gewonnenen Erfahrungen zu vertiefen, findet anschließend ein Workshop statt. Für die BBS-Schüler ist der Workshop eine andere Form des Unterrichts und für die meisten prüfungsrelevant. Sie sollen anschließend eine Facharbeit darüber schreiben.

Kooperationspartner sind für beide Projekte die Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Hannover, die BBS Einbeck und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Northeim, Uljana Klein. Für das Theaterprojekt zusätzlich noch der Lokale Aktionsplan Demokratie leben im Landkreis Northeim.