Grünkohl-Festival: Beste Produkte aus der Region
20.11.2017, fb – Wirtschaft

Vor dem Genuss stand die Information über Lebensmittel aus der Nachbarschaft: Beim erstmals vom Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen organisierten Grünkohl-Festival haben rund 200 "begeisterte Regionalisten", wie Vorsitzender Siegfried Kappey zur Begrüßung die Gäste nannte, im BBS-Forum erfahren, woher die Produkte stammen, die sie dann am Grünkohlbuffet verspeisen konnten. Es gebe eine Sehnsucht nach Ehrlichkeit und Vertrauen, und der aktuell 95 Mitglieder starke Erzeugerverband wolle gerne das Sprachrohr für die oftmals kleinen und weniger bekannten regionalen Produzenten sein, sagte Kappey.

Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek lobte den Ansatz der Veranstaltung: Der Verbraucher, der die regionalen Produkte kenne, vertraue diesen und ebenso den Erzeugern; wenn man das ganze noch mit Saisonalität verbinde, würden die Transportwege für Lebensmittel kürzer. Und das Wissen um das Zubereiten einer gesunden Mahlzeit sei bei den BBS-Schülern beim Projekt "Grünkohl-Festival" noch hinzu gekommen. Die Kartoffeln, sagte die Bürgermeisterin augenzwinkernd, seien ja nur deshalb so groß geworden, weil sie dort gemeinsam mit den Schülern im Sommer Unkraut gehackt habe. 

Über glaubwürdige Herkunft von Lebensmitteln unter dem Stichwort "Regionalität" sprach Professor Dr. Jörg Lahner, Dozent für Ressourcenmanagement an der HAWK-Hochschule Holzminden. Regionalität sei ein "Megatrend", aber unter dem, was "regional" sei, verstehe jeder etwas anderes, der Discounter etwas anderes als regionale Erzeugerverbände. Regionalität sollte noch stärker gestützt und geschützt werden, forderte Lahner. "Eine echte Regionalität stiftet Idenfikation und Lebensqualität und ist letztlich ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit einer Region."

Das vom Team des Restaurants "Einbecker Hof" (Sigrid und Wolf-Dietrich Pohl) gemeinsam mit BBS-Schülern vorbereitete Buffet bot neben dem bei Wedemeier in Iber angebauten Grünkohl "Niedersächsische Art" und Salzkartoffeln, die die Schüler selbst gepflanzt und geerntet hatten, geräucherte Bregenwurst sowie schonend gegarten Kasslernacken der Fleischerei Breitzke aus Einbeck von Strohschweinen des Landwirts Jörg Brinkmann aus Naensen. Verfeinert wurde alles mit Markt-Senf der Einbecker Senfmühle, mit Salz aus der Saline Sülbeck und mit Zwiebeln, die die BBS-Schüler ebenfalls im Schulgarten am Lausebrink in Einbeck selbst angebaut hatten. Die Schüler hatten außerdem das Dessertbuffet zubereitet mit Apfel-Crumble, Apfeltiramisu und Einbecker Apfelquark, kreiert mit Äpfeln von Obstbau Wedemeier und Sommerblütenhonig aus den Bienenstöcken der BBS Einbeck.

Horst Gärtig und das Team der Gesellschaft der Karnevalsfreunde hatten zusammen mit Schülern den Getränkeausschank organisiert, bei dem es neben den regionalen Bier- und Saftprodukten (Creydt), Bad Harzburger Mineralwasser auch den Senfkorn der Einbecker Senfmühle sowie Kaffee und Espresso aus der Einbecker Kaffeerösterei von Alexander Pohl gab. Für Blumen und Tischdeko hatten die Landfrauen mit Reichhardts Blumenecke gesorgt. Pär Fasterling und Stefan Kappey hatten mit den Mitwirkenden eigens ein "Erzeugerlied" einstudiert, es spielte das Schulorchester der Goetheschule Einbeck unter der Leitung von Malte Splittgerber. Florian Geldmacher und Einbeck Marketing unterstützten die Organisation unter anderem durch den Getränkechips-Verkauf am Einlass. 

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