In neuer "Freiheit"-Ausstellung über PS-Freiheit erzählen
16.05.2017, fb – Wirtschaft

In der neuen Sonderausstellung "Freiheit erfahren" können die Besucher am 21. Mai, dem Internationalen Museumstag, um 11 und 13 Uhr dem Team der PS-Pädagogik spannende Geschichten und Erlebnisse rund um die eigene erste Erfahrung mit dem Thema „mobile Freiheit“ mit Fahrrad, Motorrad und/oder Automobil erzählen. Besucher können gerne Fotos, Filme oder andere Dokumente mitbringen. Der Eintritt in die Sonderausstellung „Freiheit erfahren“ ist im Rahmen der Teilnahme am Museumstag für die Besucher kostenfrei, teilt die Kulturstiftung Kornhaus mit.

Für Frauen bedeutete es im 19. Jahrhundert eine neue Freiheit, sich auf ein Fahrrad zu setzen und hinaus „ins Grüne“ fahren zu können. Für Jugendliche bedeutete das erste Mofa, dass sie, ohne das „Elterntaxi“ in Anspruch zu nehmen, unabhängig dorthin fahren können, wohin sie wollten. Zum Beispiel einfach „mal eben“ in den Nachbarort ins Kino oder selbstständig zum Sport. Für DDR-Bürger bedeutete es eine neue Freiheit, mit dem Trabant oder Wartburg im Jahr 1989 über die Grenze in den Westen fahren zu dürfen.

Mindestens drei Monate lang können sich die Gäste der Sonderausstellung "Freiheit erfahren" anhand von 23 Exponaten auf 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche in der PS-Halle informieren, was die Freiheit auf Rädern ausgemacht hat und immer noch ausmacht. „Freiheit erfahren“ ist nach der Ausstellung zur Geschichte der Adlerwerke die zweite Sonderausstellung in der Reihe „Schätze aus dem Depot“ in der PS-Halle. Einige Exponate waren bereits in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin zu sehen. Für die erweiterte Präsentation in Einbeck wurde die Ausstellung um mehrere Exponate ergänzt, die in unterschiedlichen Themeninseln unterschiedliche Deutungen der mobilen Freiheit zeigen - und passende Geschichten dazu erzählen.

Eine imposante Münch TT-S 1200, die BMW R 100 RS und ein Mercedes 450 SEL 6.9 stehen für den Bereich „Freie Bürger fordern freie Fahrt“. In diesem Bereich werden die Ölkrise, die autofreien Sonntage und das Thema Tempolimits behandelt. Die Ausstellung geht auf Reaktionen der damaligen Interessenverbände ein und greift das Gefühl der Menschen auf, die Politik greife mit diesen Maßnahmen in die persönliche Freiheit der Verkehrsteilnehmer ein. Der Energieeinsparung und dem Tempolimit stehen dabei Hubraumriesen wie der Mercedes und das erste deutsche Superbike entgegen, ebenso die kraftvolle BMW, mit der man bereits damals Reisegeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometer fahren konnte.

Der Themenbereich "Rebellion auf Rädern" zeigt einen Captain America Chopper, eine Kreidler Florett, eine Norton und eine Triumph Thuinderbird. Dem Chopper wird im Film "Easy Rider" ein Denkmal gesetzt und er wird zum Ausdruck des Protestes. Motorrad fahren wird symbolisch aufgeladen, und Motorräder werden zum Freiheitssymbol. In Amerika der Chopper, in England die Rocker mit den Cafe Racern und in Deutschland
reicht es immerhin noch zur Kreidler Florett.

Ein Benz Velo aus dem Jahr 1898 steht für den Bereich „Entdeckung der motorisierten Freiheit“. Ähnlich wie in der Ausstellung im PS-Speicher geht es in diesem Teil der Sonderausstellung um die schlagartige Vergrößerung des individuellen Mobilitätsradius durch die Erfindung des Motorwagens.

Ein fabrikneuer Trabant findet sich in der Themeninsel „Symbol der Freiheit“. Hier werden die unterschiedlichen Trabant-Symboliken beleuchtet. Vom Symbol der Rückständigkeit (aus westdeutscher Sicht) zum Symbol der Freiheit im November 1989, als die Trabi-Kolonnen die Grenze überquerten – und wieder zum Symbol der Rückständigkeit (aus ostdeutscher Sicht), da viele den Trabi seinerzeit sofort gegen einen gebrauchten
Westwagen austauschen.

Das Citroen Coccinelle Wohnmobil, der Ford 17M mit Dethleffs Camper-Anhänger und eine Zündapp Bella stehen für den Bereich „Reisen auf Rädern“. In diesem Bereich wird an unterschiedlichen Beispielen beschrieben, wie Menschen das Gefühl von Freiheit empfinden, mit ihrem Wohnmobil überall hinfahren zu können. Außerdem gibt es in dieser Themeninsel spannende Erklärungen zum Thema Reisen mit dem Roller in den 1950/60-er Jahren.

Die Themeninsel „Ich will Spaß, ich geb Gas“ bereichert die Sonderausstellung mit Spaßmobilen. Ein AHS Buggy, eine Suzuki RV 125 und die MV Agusta 750 S stehen beispielhaft für „sinnlose“ Fahrzeuge, bei denen die Praktikabilität nicht im Vordergrund steht, sondern der Spaß am Fahren und das Erleben von Freiheit durch Fahren.

Eine weitere Themeninsel widmet sich dem Bereich "Nachkriegsmobilität". Hier erzählen ein FMR KR 175, ein HWE Moped und eine Panther 175 ihre Geschichten, wie die wiedergewonne Freiheit der Mobilität durch motorisierte Zweiräder und Kleinstwagen Fahrt aufnimmt.

Das Thema "Flucht aus dem Alltag" schließlich setzen eine DKW E300 und eine Zündapp EM aus den 1920-er Jahren eindrucksvoll in Szene.

Die Ausstellung ist zunächst bis Mitte August zu sehen, bei entsprechender Publikumsresonanz auch länger; sie ist zu den üblichen Öffnungszeiten des PS-Speicher zugänglich und kann auch ohne die Dauerausstellung - nur mit dem Ticket für die beiden Sonderausstellungen zum Spartarif - besucht werden, heißt es in einer Presseinformation der Kulturstiftung Kornhaus.