Initiatoren machen Werbung für Bürgerentscheid
13.12.2018, fb – Freizeit, Politik

Mit einer Informationskampagne wollen sich die Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Erhalt des Jugendfreizeitheimes Silberborn in den verbleibenden Wochen vor dem Bürgerentscheid am 27. Januar 2019 an die Öffentlichkeit wenden: 15.000 Faltblätter sind gedruckt, die ersten Plakate sollen noch vor Weihnachten auf das Thema aufmerksam machen.

Ziel sei eine flächendeckende Verteilung im Kreisgebiet, sagte Heinz-Willi Elter (Garlebsen), Vorsitzender des Turnkreises Northeim-Einbeck und einer der drei Organisatoren. Bis zum 6. Januar sollen die Wahlbenachrichtigungen von der Kreisverwaltung verschickt sein, dann könnten die ab 16 Jahren wahlberichtigten Bürger auch Briefwahl beantragen, informierte Elter heute mit seinen Mitstreiterinnen Dr. Friederike Kaiser (Uslar-Fürstenhagen) und Ulrike Glaesner (Bodenfelde) bei einer Pressekonferenz in Einbeck. Über die Vereine wollen sie möglichst viele der Wahlberechtigten erreichen und auf den Bürgerentscheid hinweisen. Im Januar sind öffentlichkeitswirksame Aktionen geplant, außerdem Infostände.

„Der Bürgerentscheid kann erfolgreich sein, wenn alle 13.417 Bürger zur Wahl gehen, die das Bürgerbegehren mit ihrer Unterschrift unterstützt haben, außerdem alle, die das Jugendfreizeitheim Silberborn als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener positiv erlebt haben“, sagte Heinz-Willi Elter. „Ein positives Ergebnis beim Bürgerentscheid wäre das schönste Geburtstagsgeschenk für das Jugendfreizeitheim, das 2019 sein 70-jähriges Bestehen feiert.“ Wenn 20 Prozent der Wahlberechtigten am 27. Januar mit Ja stimmen würden, sei der Bürgerentscheid verbindlich für den Kreistag, informierte Elter. Einfach sei es beim Bürgerbegehren bereits nicht gewesen, die große Zahl von Unterschriften zu sammeln, die Vorgabe habe man jedoch weit übertroffen. Die Organisatoren sind deshalb auch optimistisch, im nächsten Schritt beim Bürgerentscheid 22.695 Ja-Stimmen erzielen zu können: „Wir Bürger können es schaffen, die Entscheidung findet jetzt an der Wahlurne statt.“

In ihrem neuen Faltblatt listet der Unterstützerkreis neun Argumente auf, die seiner Meinung nach für den Verbleib des Jugendfreizeitheimes in kommunaler Trägerschaft des Landkreises Northeim sprechen. „Die Schulklassen waren immer begeistert, unter anderem von der ausgezeichneten Sportausstattung des Hauses“, sagte die ehemalige Uslarer Grundschulrektorin Ulrike Glaesner. Die Waldpädagogin Dr. Friederike Kaiser wunderte sich, dass der Landkreis Umweltbildung an anderer Stelle fördere, Silberborn aber schließe, wo es diese bereits seit Jahren gebe und der Landkreis als Hausherr sogar die Inhalte entscheiden könnte. Das Argument, dass nur rund 20 Prozent der Besucher aus dem Landkreis Northeim stammten, konterte Heinz-Willi Elter damit, dass das Jugendfreizeitheim eben attraktiv für auswärtige Gäste sei.

Vorhandene Rücklagen in Höhe von mehr als 1,1 Millionen Euro könnten das Betriebsdefizit noch Jahre decken, bei einer Schließung müsse der Landkreis zudem 700.000 Euro Steuern an das Finanzamt zahlen, lauten weitere Argumente der Bürgerentscheid-Organisatoren. Es habe zudem leider keine ausreichende Diskussion über Einsparmöglichkeiten und Alternativen gegeben, ärgert sich der ehemalige Bürgermeister von Silberborn, Wolfgang Peter.

Der Northeimer Kreistag hatte im Frühjahr einen Verkauf des Jugendfreizeitheimes zum 31. Dezember 2018 beschlossen, daraufhin startete im Juli ein Bürgerbegehren, um die drohende Schließung zu verhindern. Zunächst bleibt nun das Haus geöffnet, bis das Ergebnis des Bürgerentscheids vorliegt.