Kleine und große Spenden für das Einbecker Bürgerspital
30.06.2016, Frank Bertram – Politik, Wirtschaft, Sonstiges

30.06.2016, fb. Noch einen Monat bis Ende Juli läuft die Aktion "Bürger spenden für Betten" im Einbecker Bürgerspital. In vielen Geschäften und anderen öffentlichen Orten in Einbeck und in den Ortschaften stehen die roten und blauen Sparschweine, in vielen Dörfern wird für neue Klinikbetten gesammelt. Auch Ortsrat und Ortsfeuerwehr Hullersen sind dem Aufruf von Hermann Kahle, Henning Juskowiak und Wilhelm Fricke gefolgt und haben an der Aktion teilgenommen. Ortsbrandmeisterin Ilona Lux und Ortsbürgermeisterin Eunice Schenitzki waren bereits am Rande des Osterfeuers mit dem Sparschwein herum gegangen, beim Mettbraten der Feuerwehr Mitte Juni gab es jetzt weiteres „Futter“ für die kleinen Schweinchen. Gut gefüllte Spardosen konnte Hullersen an die Initiatoren übergeben, die genaue Summe soll erst später verraten werden, hieß es.

Bettenspende zur Goldhochzeit: Waltraud und Walter Schmalzried (Modehaus Schünemann) begingen kürzlich ihr 50. Ehejubiläum und entschieden sich dafür, alle Freunde und Bekannte darum zu bitten, zu spenden statt etwas zur Goldenen Hochzeit zu schenken. „So kamen große und kleine Beträge für ein neues Bett zusammen, und wir gaben ebenfalls etwas dazu“, erzählt Walter Schmalzried. „Und es könnte passender nicht sein, dass es sogar das 50. Bett wird.“ Beide erhoffen sich von dieser Geste, auch anderen eine Initialzündung zu geben. Die Geschäftsführer des Einbecker Bürgerspitals, Dr. Olaf Städtler und Hauke Heißmeyer, bedankten sich für das Engagement, das die Familie Schmalzried seit seiner Neugründung dem Krankenhaus entgegen bringe. Waltraud und Walter Schmalzried war es persönlich sehr wichtig, dass von den neuen Betten nicht nur die Patientinnen und Patienten, sondern auch die Pflegekräfte profitieren. Sie erkundigten sich daher genauer bei Dr. Olaf Städtler, wie die Betten tagtäglich eingesetzt würden und welche Vorteile sie bringen: „Wir wünschen den Patienten eine gute Genesung und insbesondere den Mitarbeitern ein leichteres und besseres Arbeiten.“

Auch die Firma Marktkauf engagiert sich für das Einbecker Krankenhaus. „Die Bettenaktion ist gigantisch, und wir sind in der Lage, auch für ein Bett zu spenden“, erklärte Marktleiter Rainer Below bei der Spendenübergabe (2500 Euro kostet ein neues Klinikbett). Pflegedienstleiterin Meike Kettler und der kaufmännische Bürgerspital-Geschäftsführer Hauke Heißmeyer freuten sich über diese Unterstützung. „Ich bin selbst erstaunt, wie gut die Aktion angenommen wird", sagte Heißmeyer. "Das zeigt, was in Einbeck möglich ist. Gleichzeitig ist dieses positive Echo auch eine Verpflichtung für uns, an uns zu arbeiten und nach vorn zu schauen.“

Vor einem Jahr hatte das Einbecker Bürgerspital die Bettenkampagne gestartet, um die mehr als 100 alten Betten mit Hilfe von Spenden durch neue moderne Klinikbetten innerhalb von zwei bis drei Jahren zu ersetzen. Dank zahlreicher Groß- und Kleinspenden sowie Projekte konnten bereits 50 Betten finanziert werden. Hauke Heißmeyer: „Wenn diese großartige Unterstützung, die wir erfahren, weiter so anhält, können wir den Bettentausch früher als geplant beenden. Das bedeutet vor allem, dass die Patienten und Mitarbeiter schon eher von den neuen Betten profitieren können.“

Gleichzeitig sucht das Bürgerspital nach Abnehmern für die alten intakten Betten. „Wir würden diese gerne wieder an Hilfsorganisationen oder andere spenden, wenn sich Interessenten melden“, erklärte Heißmeyer.

Seit Jahren ein engagierte Unterstützer des Einbecker Krankenhauses ist Adolf Everlien aus Wenzen. Tannen-Everlien unterstützt die Klinik regelmäßig beispielsweise mit Dekorationen zur Adventszeit oder zum Tag der offenen Tür. Mit großer Freude nahmen jetzt Chefarzt Dr. Christian Kley, Oberärztin Dr. Katharina Teuteberg und der kaufmännische Geschäftsführer des Einbecker Bürgerspitals, Hauke Heißmeyer, einen Briefumschlag von Adolf Everlien entgegen. Darin ein Beitrag im mittleren dreistelligen Bereich für die Finanzierung eines modernen Laparoskopieturms in der Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Seit Jahren werden in der chirurgischen Abteilung des Einbecker Krankenhauses Operationen minimal-invasiv durch die so genannte Schlüssellochmethode durchgeführt. Dazu wird eine Kamera durch den Bauchnabel in die Bauchhöhle  eingebracht. Das Kamerabild wird auf eine Videoeinheit übertragen. Diese besondere Operationsmethode nennt man Laparoskopie. Mit ihr sind Operationen an den inneren Organen (z.B. Darmresektion und Gallenblasenentfernung, aber auch Leistenbruchoperationen) möglich. Um einen Überblick in der Bauchhöhle zu erhalten, wird CO2-Gas in den Bauchraum eingeblasen. Und um eine Laparoskopie durchzuführen, ist ein so bezeichneter Laparoskopieturm notwendig. Dieser besteht aus einer Videoeinheit mit Bildschirm und Aufzeichnungsgerät. Heute ist eine solche Videoübertragung  schon in 4K HD-Technik möglich. Zusätzlich finden sich auf einem solchen Laparoskopieturm Instrumente, um das CO2-Gas in den Bauchraum einzublasen und die Bauchhöhle mit steriler Kochsalzlösung  zu spülen. Die Laparoskopie ermöglicht ein besonders schonendes Operieren, erläutert Dr. Christian Kley.  Größere Narben können vermieden werden. Diese schonende Operationstechnik verkürzt auch die Liegezeiten für den Patienten und führt zu einer schnelleren Rekonvaleszenz.