Kolumne: Abwesenheit
29.06.2018, fb – Kolumne

Ich bin bis zum 31. Juli nicht erreichbar, ihre Mail wird nicht weitergeleitet und bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelesen. In dringenden Fällen wenden Sie sich an… keine Angst! Das klang jetzt zwar wie eine dieser Abwesenheitsnotizen, die Sie in den Tagen des Ferien- und Urlaubsbeginns häufiger erhalten, wenn Sie E-Mails schreiben. Weil alle Welt auszufliegen scheint. Unerreichbar.

In Zeiten des immer mobileren weltweiten Netzes empfinde ich Abwesenheitsnotizen als überwundene Zeichen von festen Arbeitszeiten in stationären Büros. Wer nicht ständig von 9 bis 17 Uhr arbeitet, sondern flexibel, braucht so etwas eigentlich nicht. Denn manchmal bin ich beispielsweise auch von 9 bis 12 Uhr nicht erreichbar, dafür aber nach 18 Uhr. Soll ich dann jedesmal meinen Abwesenheitsmanager konsultieren und aktualisieren? Und die mobilen Probleme fangen dann ja erst an: „Ich bin bis zum 31. Juli nicht im Büro…“ ist ja unpassend. Möchten Sie etwa lesen: „Ich bin bis 15 Uhr im Café und kann die Mail zwar lesen, möchte aber viel lieber in Ruhe Cappuccino trinken“?