Kolumne: Begrüßung
15.12.2017, fb – Kolumne

Herr Vorsitzender, Frau Bürgermeisterin, Herr Staatssekretär, Exellenzen, Frau Oberregierungsrätin, Herr Meier, Frau Schmidt, Herr Schulze, Frau Müller, meine Damen und Herren, Sie fragen sich vielleicht gerade, was das soll. In jüngster Zeit ist es mir mal wieder aufgefallen, dass sich einige  Redner bei Veranstaltungen gerne in möglichst langatmigen Begrüßungsworten erschöpfen. Da meinen einige, jeden und jede einzeln und namentlich und mit allen vorhandenen Titeln nennen zu müssen, bevor sie zur eigentlichen Sache kommen.

Nicht nur, aber auch bei politischen Sitzungen gibt es eine Begrüßungsformel, die jeder Redner verwendet, bevor er seine wichtigen Ausführungen macht, die aber durch die formelhafte Widerholung eher zur Floskel wird. Und oftmals dem Redner nur dazu dient, seine Gedanken nochmal zu ordnen, und die einfach nur Zeit frisst. Ich habe mich dazu schon mal ausgelassen, kurzzeitig hatte ich in der Einbecker Politik das Gefühl, dass mich wenigstens einige erhört hätten. Inzwischen reißen alte Gewohnheiten wieder ein.

Gerne wird ja auch „die Presse“ bei Veranstaltungen gesondert begrüßt. Glauben Sie mir: Ich würde mich nicht weniger wertgeschätzt fühlen, wenn das entfallen würde. Es soll doch um die Sache, um Inhalt gehen, und da spare ich gerne Zeit.

Herr Vorsitzender, Frau Bürgermeisterin, Herr Staatssekretär, Exellenzen, Frau Oberregierungsrätin, Herr Meier, Frau Schmidt, Herr Schulze, Frau Müller, meine Damen und Herren, ich hoffe, Sie haben mich verstanden, ich jedenfalls wünsche Ihnen und allen anderen ein schönes Adventswochenende.