Kolumne: Blitzer
27.07.2018, fb – Kolumne

Zu hohes Tempo im Straßenverkehr ist immer noch eine der Hauptursachen für Unfälle mit zumeist schweren Folgen. Das Anliegen der Landrätin ist daher aller Ehren wert. Sie möchte die Orte, in denen von ihren Kreishaus-Mitarbeitern in der folgenden Woche die Geschwindigkeit gemessen wird, künftig vorher nennen, wenn auch nicht den exakten Messort. „Einbeck“ kann es dann beispielsweise heißen. Aufmerksamer sollen die Autofahrer dadurch in den jeweiligen angekündigten Orten unterwegs sein, der Blitzer kann schließlich jederzeit am Straßenrand stehen.

Ganz neu ist das freilich nicht. Ihr Vor-Vorgänger im Kreishaus hatte vor 20 Jahren auch immer via Zeitungen die Blitzer im Voraus ankündigen lassen. Warum das irgendwann einmal eingestellt worden ist, weiß offenbar niemand mehr so richtig. Hoffentlich nicht aus dem ja naheliegenden Grund, dass bei Vorankündigungen von Orten nebenbei ja immer auch sozusagen mitgeteilt wird, wo die Blitzer nicht stehen werden, in welchen Orten die Autofahrer nicht mit ihm rechnen müssen. Und deshalb dort gefahrlos schneller fahren als erlaubt. Der wirkungsvolle Blitzer lebt aber auch vom Überraschungsmoment. Vor der Kamera muss sich niemand fürchten, der sich an das vorgeschrieben Tempo hält. Einfach so. An jedem Tag. In jedem Ort.