Kolumne: Brückenreformation
27.10.2017, fb – Kolumne

Der Reformation sei Dank! Danke, Martin! Weil vor 500 Jahren ein Mönch namens Luther in Wittenberg seine 95 Thesen gegen die Kirche veröffentlicht und damit die feste Ordnung der Welt aus den Angeln gehoben hat, haben wir am 31. Oktober einen freien Tag. Einen Feiertag, der in anderen Jahren keiner mehr ist (aber vielleicht ja wieder einer wird, weil Politiker gerne etwas versprechen). Doch die entscheidende Frage in diesem finalen Oktober ist nicht der Reformationstag. Der 30. Oktober ist viel wichtiger! 

Denn schon zum zweiten Mal in diesem Monat gibt es für Arbeitnehmer die Möglichkeit, eine Brücke zu bauen. Wer Montag wieder frei genommen und bekommen hat, kann nach dem Einheitstag mit seinem vorgeschalteten Montag am Anfang des Monats jetzt erneut ein längeres Wochenende genießen. Viele Behörden sind am Brückentag geschlossen, die Schulen nutzen selbstverständlich ungerne die Chance und verzichten auf Unterricht. Andere öffnen bewusst am Montag, beispielsweise das Oldtimer-Museum PS-Speicher. Clever, schließlich haben viele frei und sind auf der Suche nach Zerstreuung.

Nächstes Jahr ist übrigens ein wahres Brückentagsjahr. In besonders frommen Gegenden (also dort, wo auch Mariä Himmelfahrt im August noch ein arbeitsfreier Tag ist) können geschickte Arbeitnehmer, die sich beeilen, mit 32 Urlaubstagen angeblich 70 Tage frei bekommen. Also, heute noch den Urlaubsschein ausfüllen. Montag ist schließlich Brückentag, da kann der Schein schon unterzeichnet werden. Denn da arbeitet der Chef – ausschließlich der, wahrscheinlich. Sagen Sie nicht, ich hätte nicht rechtzeitig den entscheidenden Tipp gegeben.