Kolumne: Handy in der Pappschachtel
20.01.2017, fb – Kolumne

Man kennt das. Und hasst das. Man verabredet sich mit ein paar Leuten in einer Kneipe. Könnte ein schöner Abend mit guten Gesprächen werden. Wird dann aber meistens eher eine Runde mit einer intensiven Handy-Nutzung. Denn anstatt miteinander zu sprechen, starrt jeder lieber auf den kleinen Bildschirm seines Mobilfunkgerätes. Um auch ja nichts zu verpassen. Keine Nachricht, keine Mail, keine SMS. Um ganz fix etwas zu liken bei den ach so sozialen Netzwerken.

Ein Gastronom hat das auch oft so beobachtet. Und es hat ihn geärgert. Er will es ändern. In seiner Bar werden die Handys in einer Pappschachtel deponiert, die dekorativ auf jedem Tisch steht. So sind die Gäste von der mobilen Datenwelt abgeschnitten, jedenfalls während des Gastronomie-Besuchs. Und gezwungen, sich miteinander zu beschäftigen. Sich zu unterhalten. Pfiffigerweise hat der Kneipier ein paar Themenvorschläge, worüber man sprechen könnte, auf die Handy-Verwahrboxen geschrieben. Falls einem gar nichts mehr einfällt, wenn man sich mit Freunden trifft.

Gute Idee, habe ich mir gedacht, als ich über die Idee gelesen habe. Bis ich genauer hinschaute, wo diese Kneipe liegt, in der die Handys in die Box kommen: in Bielefeld. Gibt’s also doch gar nicht.