Kolumne: Henne und Ei
14.04.2017, fb – Kolumne

Was war zuerst? Oder um es aus aktuellem Anlass österlich zu fragen: Henne oder Ei? Oder besser gesagt: Angebot oder Nachfrage? Was ist die Ursache für immer größere Banken, die sich ursprünglich einmal allein einer Region, einer Stadt oder einem Landkreis verschrieben und dort Nähe gezeigt haben? Und die jetzt bei Fusionen Schwierigkeiten haben, einen gemeinsamen griffigen Namen zu finden, weil das Geschäftsgebiet so groß geworden ist, dass es gar keine gewachsene Region mehr umfasst. Sondern viel größer geworden ist. Wenn es stimmt, was die Banker sagen, sind es die vielen Formulare, die so genannte Regulierungswut (die sich in größeren Einheiten besser organisieren und bekämpfen lässt) und außerdem die kaum noch fühlbaren Zinssätze, die ihre Gewinne schmelzen lässt. Deshalb müssen sie immer größer und größer werden, um die Bilanzen mit den berühmten Synergien in einen Ausgleich zu bringen. Oder ist die Ursache dafür, dass sich Banken zu immer größeren Gebilden zusammenschließen und dann vielleicht doch gleichzeitig Filialen vor Ort schließen, dass wir Kunden den direkten Kontakt gar nicht mehr nachfragen, dass wir nicht mehr persönlich hingehen? Dass uns egal ist, welcher Name an dem Bankgebäude steht (das wir gar nicht mehr betreten)? Weil wir unsere Bankgeschäfte online erledigen, allenfalls noch einen Geldautomaten nutzen. Der Erhalt der regionalen Identität und die flächendeckende Präsenz bleiben gemeinsames Rückgrat, versprechen fusionswillige Banker. Wir wollen es gerne glauben. Es ist Ostern.