Kolumne: Hochwasser-Helfer
28.07.2017, fb – Kolumne

Wer Wasser im Keller hatte, wessen Kleingarten in der braunen Brühe abgesoffen ist oder wessen Ernte auf den Felder vernichtet wurde, wer mit anderen Worten auch in Einbeck direkt betroffen war oder noch ist vom jüngsten Hochwasser, der wird vermutlich einen anderen Blick haben. Doch insgesamt kann Einbeck sagen, angesichts der deutlich dramatischeren Lage in der Nachbarschaft noch einmal glimpflich davon gekommen zu sein nach dem tagelangen Regen, der kleine Bäche in reißende Ströme verwandelte. Sicher: Ilme, Krummes Wasser und Mühlenkanal haben eine Menge Wasser geführt und sind bis Brückenunterkanten angestiegen, über die Ufer gegangen. Hier hat aber nicht eine komplette Innenstadt unter Wasser gestanden, hier mussten keine Gebäude evakuiert werden, hier fiel nicht der Strom aus. Es hätte schlimmer kommen können. Und doch: Auch bei uns haben zahlreiche Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen im stundenlangen, Kräfte zehrenden Dauereinsatz durch ihre Arbeit Schlimmeres verhütet. Für diesen Dienst in ihrer Freizeit, als Ehrenamtliche, gilt allen unser großer Dank und unsere Unterstützung, gerne auch tatkräftig. Was indes niemand braucht, sind während des Einsatzes in Gummistiefeln durchs Wasser stapfende, mit tremolierender Stimme ins Handy im Live-Selfiemodus sprechende Politiker.