Kolumne: Hotelflure
23.11.2018, fb – Kolumne

Kennen Sie Hotelflure? Natürlich, werden Sie vermutlich jetzt sagen. Selbstverständlich. Sie als weit gereiste Globetrotter kennen alle Hotelflure der westlichen Hemisphäre. Mindestens. Die aber meine ich gar nicht. Ich meine eine Bilder-Sammlung. Es gibt nämlich im fotodominierten Internet-Netzwerk Instagram eine Seite, die Fotos von Hotelfluren sammelt. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Fast 600 Gänge aus Übernachtungsbetrieben sind dort seit Juli 2017 bereits zusammengekommen. Täglich werden es mehr. Dort kann man sich beinahe verlaufen, ganz so wie bei echten, schlechten Hotelfluren.

Für diejenigen, die nicht so weit gereist sind, ist diese Galerie eine kurzweilige, inspirierende  Fotoschau. Klicken Sie mal durch. Es gibt offenbar bei Hotelfluren, die ja weit mehr sind als mehr oder weniger schmale Gänge, die Hotelzimmer und Suiten mit der Rezeption, der Bar und dem Ausgang verbinden, jegliche Farbe, Beleuchtung, Bodengestaltung und Wanddekoration, die man sich nur denken kann. Ein Eldorado für Innenarchitekten. Ein wenig unfair und imgrunde außer Konkurrenz sind die Fotos von Holzstegen am Sandstrand zu den kleinen Holzhütten auf den Seychellen. Lässt man die mal beiseite, gibt es in der Sammlung die nüchternen Hotelflure (bei denen selbst Mitarbeiter der betroffenen Hotelkette nicht wissen, ob das Foto in Berlin, Hamburg, München oder Timbuktu gemacht worden ist), so austauschbar sind die. Oder die mit Schnörkel und Gedöns.

Beim Durchklicken aller 600 Fotos heute früh fiel mir auf, dass dringend eine Unterkategorie eingeführt werden muss: Hotelflure des Grauens. Es ist schier unvorstellbar, welche Geschmacklosigkeit, welchen Kitsch oder welche Düsternis es in Hotelfluren geben kann. Nun weiß ich auch, warum bislang kein Einbecker Hotelflur dort abgebildet wurde. Die sind einfach viel zu schön.