Kolumne: Im Restaurant
06.07.2018, fb – Kolumne

Wer öfter mal Restaurants besucht und sich dabei nicht ausschließlich auf seine Begleitung konzentriert, sondern ebenso für die Tische ringsum ein Auge hat oder gar allein speist, hat das sicherlich auch schon bemerken können: Es gibt verschiedene Restaurant-Typen. Die nichts mit Alter, Geschlecht oder Bekanntheitsgrad der gemeinsam Speisenden zu tun haben. Wenn zwei Menschen eine gastronomische Einrichtung besuchen, können sie sich gegenüber oder nebeneinander an einen Tisch setzen und damit ein erstes Statement geben. Und sich dadurch entweder in die Augen schauen oder aber leise dem Nebensitzer zuraunen, wie das Essen schmeckt. Und gemeinsam die Aussicht genießen.

Es gibt Restaurant-Besucher, die haben sich viel zu erzählen. Es gibt aber einige, die sagen nichts. Oder nicht viel. Schmeckt dann das Essen proportional besser? Einige lesen die Speisekarte genau, nein, sie studieren sie förmlich. Und wissen dann penibel, was in dem Restaurant kredenzt wird. Und lassen nicht allein den Nebentisch teilhaben, was sie denn wohl neulich schon mal in Berlin, Rio oder Tokio bestellt haben.

Gibt es ein Buffet, kommen noch einige Umstände hinzu: Es gibt Paare, die gehen grundsätzlich getrennt zum Buffet, essen dann, während sich der Partner den nächsten Gang holt. Dahinter verbirgt sich bestimmt eine geheime Taktik: Manche vermeiden so die peinliche Stille am Tisch, wenn sie sich – zumindest beim Essen – nichts mehr zu erzählen haben.