Kolumne: Kostenfaktor Friedhof
13.01.2017, fb – Kolumne

Das Thema ist heikel. Und das nicht nur, weil es an den Geldbeutel der Bürger geht. Sowas ist ja immer unpopulär. Es geht in diesem Fall um das Geld für die letzte Ruhestätte auf dieser, unserer Erde. Die Friedhofsgebühren für Gräber sollen in Einbeck drastisch steigen, um teilweise 118 Prozent, darüber ist sich die Politik inzwischen einig. Die Gebühren müssen steigen, verteidigt sich die Politik, und leider auch in dieser Höhe. Weil es ein Defizit gibt. Weil Gebührenhaushalte kostendeckend sein müssen. Weil es gesetzliche Vorgaben gibt. Weil immer mehr Urnenbeisetzungen stattfinden, bei denen es im Verhältnis zu einer Sargbestattung für die Stadt Einbeck aber nicht so hohe Einnahmen gibt, während die Kosten relativ fix sind.

Richtig ist aber auch, dass Politik ein Jahr lang zugewartet hat, bis sich noch einmal ein Defizit in Höhe von 200.000 Euro ergeben hat. Nach dem Minus in gleicher Höhe im Jahr 2015 hätte man es aber bereits ahnen können, dass der Gebührenhaushalt von den Einnahmen nicht mehr gedeckt werden kann. Man hätte es ahnen müssen. Und gegensteuern können. Moderat. Diese Möglichkeit wurde vergeben.

Soweit wie jetzt soll es in Zukunft nicht mehr kommen, eine Arbeitsgruppe will in diesem Jahr mit dem Ziel tagen, 2018 vielleicht die nun beschlossenenen Gebührenerhöhungen wieder abzumildern. Weil man Kostenbringer erkannt hat, die verändert werden können.

Politisch heikel wird das Thema dadurch aber erst – und das ganz unabhängig von den höheren Gebühren. Weil in der Arbeitsgruppe alle Kosten auf den Prüfstand kommen sollen, und zwar die für jeden einzelnen der insgesamt 43 Friedhöfe im gesamten Stadtgebiet mit seinen 46 Ortschaften, wird ein Ergebnis auch herauskommen, jedenfalls wenn man es ernst meint: Dass es nennenswert Geld sparen würde, wenn Einbeck ein paar Friedhöfe auf einigen Dörfern nicht mehr weiter betreibt. Was dann die aus diesen Ortschaften stammenden Ratsmitglieder in arge Erklärungsnöte bringen wird. Welche Dimensionen solche Debatten bekommen, können den Fachpolitikern ja schon einmal ihre Kollegen berichten, die bereits eine Dorfschule geschlossen haben.