Kolumne: Mathematik
07.04.2017, fb – Kolumne

Ich erinnere mich an meinen Mathematik-Unterricht in der Schule ja nur sehr ungerne und auch allenfalls schemenhaft. Aber wenn ich mir das richtig gemerkt habe, gibt es in der Mathematik immer nur eine einzige richtige Lösung, allenfalls unterschiedliche Wege, diese Lösung zu erreichen. 2 plus 2 ist nun einmal 4. Oder?

Doch das ist offenbar alles doch nicht so. Während die eine Gruppe von Universitätsprofessoren kritisiert, dass deutsche Abiturienten in Mathematik nicht mehr ausreichend auf die Anforderungen des Studiums vorbereitet werden, widerspricht eine andere Gruppe von Universitätsprofessoren. Diese entgegnet, dass sich die Mathe-Kompetenz in den vergangenen Jahren messbar verbessert habe. Ja, was denn nun? 2 plus 2 ist 5?

Ich dachte eigentlich, über mathematische Ergebnisse könne man nicht diskutieren. Sie sind nicht interpretationsfähig oder Auslegungssache. 2 plus 2 ist doch 4. Oder nicht? Bislang war ich der Meinung, Mathematiker können gar nicht so schlimm sein wie Juristen. Denn fragt man von denen zwei, bekommt man drei Interpretationen.

Am Ende ist die Lösung ganz einfach (das hatte mein Mathe-Lehrer früher auch immer gesagt): 130 Professoren beklagen mangelnde Mathe-Kenntnisse, 50 Professoren sagen, dass diese besser geworden seien. Klarer Fall: Die Mathematik-Fähigkeiten sind schlecht. 130 ist größer als 50.