Kolumne: Moin
26.10.2018, fb – Kolumne

Danke, Deutsche Bahn! Danke dafür, dass durch dich nicht nur Tausende Menschen täglich von A wie Augsburg nach B wie Berlin gefahren werden – selbst, wenn sie dort eigentlich gar nicht hin wollten. Nach B. Und schon gar nicht pünktlich. Ganze Generationen von Kolumnisten preisen die Deutsche Bahn jeden Abend im Nachtgebet, ist sie doch immer wieder ein sicherer Quell von Heiterkeit und Schabernack. Neueste Idee des Transportunternehmens: Im Bordbistro sollen Currywurst und Chilli con Carne noch leckerer werden.

Das allein wäre schon ein Brüller, würde aber für eine Kolumne nicht ausreichen. Das weiß die Bahn natürlich. Die Bahn hat deshalb außerdem angekündigt, ihre Fahrgäste künftig noch persönlicher umsorgen zu wollen. Weniger Bahndeutsch, mehr freundliche Begrüßung. Und die soll individuell ausfallen, je nach Landstrich, heißt es. Mal Moin, mal Grüß Gott. Da stellen sich mir mehrere Fragen: Wie bekommt das Zugpersonal angezeigt, dass es die Moin-Grenze überquert hat und jetzt so norddeutsch einen „Guten Tag“ wünschen sollte? Sagt der Zugbegleiter in Köln zum Abschied „Tschö mit ö“? Gibt’s – dann wahrscheinlich exklusiv in Süddeutschland und im Rheinland – ein Begrüßungsküsschen links und rechts? Und in Berlin sagt der Schaffner zum Willkommen ein schnoddriges „Watt willste“? Wir werden sehen oder hören. Aber hoffentlich auch in Zukunft immer mal wieder in umgekehrter Wagenreihung.