Kolumne: Mühe merkt man
16.11.2018, fb – Kolumne

Ein adventlicher Markt sollte mehr bieten als nur Glühwein-Genuss. Das ist die Erwartungshaltung. Jeder Weihnachtsmarkt braucht seine Attraktion, seine Besonderheit. Etwas, was ihn abhebt von der Masse. Die Konkurrenz ist groß. Und manchmal werden vorweihnachtliche Buden-Ensembles an einigen Orten auch nur deshalb verklärt, weil sie nicht auf dem heimischen Marktplatz stehen. Nörgler werden sowieso wieder auf den Plan treten, sobald in zwei Wochen das Einbecker Weihnachtsdorf seine Pforten öffnet.

Nun gibt es in diesem Jahr in Einbeck aber auf dem Weihnachtsmarkt eine Stockbahn – zwar nicht erstmals, aber diesmal als neue, eigene und größere Kunststoff-Bahn mit Holzunterbau - und das während der gesamten Weihnachtsdorfzeit. Die Resonanz auf die Premiere war groß, die Erwartung für dieses Jahr ist es auch. Nun gilt es, das neue Angebot auch kräftig zu nutzen. Übrigens werden diejenigen gerne angeleitet, die sich nicht so mit der eher bajuwarischen Wintersportart auskennen. Wer beispielsweise gerne Boule spielt oder kegelt, wird auch hier vermutlich sein Vergnügen finden.

Nun will oder kann nicht jeder Stöcker schieben. Aber auch das Bühnenprogramm in Einbeck vor der Marktkirche mit mehr als 50 Beiträgen während der gesamten Weihnachtsmarktzeit hat heuer anscheinend deutlich an Attraktivität gewonnen. Ich habe das Programm in der Vergangenheit auch durchaus schon mal kritisiert, aber dieses Mal wird deutlich, dass sich die Veranstalter erkennbar mehr Mühe gegeben haben, individuell mögliche Auftretende anzusprechen. Das wird belohnt mit einer dichteren Programmfolge. Da wäre es verdienter Lohn, wenn die Auftritte auch von vielen Menschen besucht werden.