Kolumne: Mutige Rathaus-Pläne zeitnah realisieren
26.01.2017, fb – Kolumne

Das Alte Rathaus am Marktplatz ist in die Jahre gekommen. Wobei es nicht die einzige Immobilie oder Straße ist, auf die diese Beschreibung in der Innenstadt zutrifft. Da hat sich ein bisschen was angestaut. Der Repräsentationsbau im Herzen der City steht weitgehend leer. Nur sehr wenige Büros im Obergeschoss sind noch belebt, im Erdgeschoss hält allein das Standesamt die Stellung. Ansonsten sorgen nur sporadisch Veranstaltungen für Leben im Rathaus, das zu den meistfotografierten Häusern in Einbeck zählen dürfte.

Das muss sich ändern, das soll sich ändern. Das immerhin haben die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik erkannt. Wie das Gebäude saniert und modernisiert und gleichzeitig möglichst barrierefrei für Besucher werden kann, hat ein Hildesheimer Architekturbüro vorgestellt. Einige dieser Ideen haben Charme. Endlich soll beispielsweise der historische Keller touristisch und gastronomisch genutzt werden. Gut so, und bitte bei den Überlegungen gleich von Beginn an die Brauerei mit einbeziehen. Beim Obergeschoss sollte die Stadt einfach mal mutig sein und diejenige Variante befürworten, die Ferienappartements („Schlafen im Rathaus“) vorsieht. Mit dem richtigen Betreiber an der Seite kann dort etwas Gutes gelingen. Eine Anwaltskanzlei („Rathaus-Rechtsanwalt“) stattdessen? Auch gut, aber das kann ja jeder. Perfekt scheint mir die Problematik gelöst, per Fahrstuhl alle Geschosse ohne Stufen erreichen zu können, ohne den Denkmalcharakter zu zerstören: Das Rathaus bekommt einfach an der Ost-Giebelwand am Durchgang vom Marktplatz zum Hallenplan einen weiteren Eingang mit innen eingebautem Aufzug und damit direktem Zugang zu allen Stockwerken inklusive Gewölbekeller.

Entscheidend wird jetzt sein, dass bald jemand sagt, wieviel Geld denn der Umbau kosten soll. Und vor allem, dass die Pläne für das Alte Rathaus nicht Pläne auf Papier bleiben. Davon gibt es genug. Und Papier ist bekanntlich geduldig. Die Menschen aber wollen bald einmal etwas greifbar sehen, sonst glauben sie irgendwann nicht mehr an die vielen Zeichnungen, Grafiken und Broschüren. Das Rathausgebäude ist Einbecks so genannte Konzeptimmobilie im Projekt Fachwerk-Fünfeck. Hoffentlich hilft dieser Status, beispielsweise an Fördergelder zu kommen, um aus den Planungen bald Realität werden zu lassen.