Kolumne: Operation Ostertor
03.08.2018, fb – Kolumne

Die „Operation Ostertor“ hat begonnen. Noch beschränkt sie sich auf Randbereiche, zunächst werden die Gehwege erneuert. Am 20. August startet dann der Eingriff am offenen Herzen, wird die wichtige Innenstadt-Kreuzung, die rund 8000 Fahrzeuge jeden Tag nutzen, voll geperrt, Fußgänger dürfen wahrscheinlich auch dann an einer Seite quasi über einen Bypass passieren. Die Planer haben sich entschieden, die Kreuzung während der Bauphase quasi an eine Herz-Lungen-Maschine anzuschließen und den Verkehr weiträumig umzuleiten. Das Herz aber wird befristet lahmgelegt.

Bei einer so schweren Operation ist es wichtig, dass Arzt und Patienten gut zusammenarbeiten. Was bedeutet, dass auf der einen Seite die Bauarbeiten tranparent erläutert und durchgeführt werden. Die Umleitungen müssen gut erkennbar ausgeschildert sein. Die Informationen von den Verantwortlichen müssen zeitig kommen. Auf der anderen Seite müssen die Verkehrsteilnehmer sich selbst und rechtzeitig informieren, noch dazu, wenn sie regelmäßig die Kreuzung passieren, beispielsweise auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit. Es gibt die weiträumige Umleitung, es gibt natürlich auch andere Wege durch die Stadt, bei denen aber jeder die Höhe und Breite seines Fahrzeugs richtig einschätzen können muss. Damit nicht ein Bypass verstopft.

Und wenn alle Seiten verständnisvoll zusammenarbeiten, gegenseitig Rücksicht nehmen, dann kann am Ende des Monats August der Patient Ostertor mit frisch genesenem Herzen das Krankenbett verlassen.