Kolumne: Paukenschlag am Leuchtturm
28.04.2017, fb – Kolumne

Vor sprachlichen Marotten und Gewohnheiten ist niemand sicher. Am Ende des Tages sind wir zwar auf einem guten Weg. Aber immer ist noch Luft nach oben. In diesem Sinne möchte ich Sie hinweisen auf die Floskelwolke. Diese Internetseite ist eine stete Quelle großer Heiterkeit für alle Formulierungsfreunde. Die preisgekrönte Floskelwolke ist ein vor drei Jahren von den Journalisten Sebastian Pertsch und Udo Stiehl gegründetes Webprojekt, welches Phrasen und Formulierungen in deutschsprachigen Nachrichtentexten analysiert und ihre Häufigkeit in Medien kritisiert.

Schmerzhafte Einschnitte drohen. Da helfen auch ein Paukenschlag, ein Quantensprung oder ein Urnengang nicht weiter. Und ich muss Ihnen noch eine Wahrheit mitteilen, die Sie vielleicht erschüttern wird: Wenn von Leuchtturmprojekten die Rede ist, sind in den seltensten Fällen eingereichte Bauanträge für bunt-gestreifte, Licht aussendende Türme gemeint.

Meine Lieblingsfloskel zurzeit, immer gerne verwendet bei Interviews in Nachrichten-Fernsehsendungen: „Das Gespräch haben wir vor der Sendung aufgezeichnet.“ Naja, nach der Sendung wäre es ja auch zu spät. Diese Kolumne habe ich übrigens vor der Veröffentlichung geschrieben.