Kolumne: Ran an den Müll
03.03.2017, fb – Kolumne

Der beste Müll ist der, der erst gar nicht entsteht. Und der, der nicht auf der Straße liegt, in Blumenbeeten oder auf dem Rasen, möchte man hinzufügen. Und eigentlich sollte es für jeden selbstverständlich sein, dass er nicht einfach seine Getränkedose, seine Brötchentüte oder seine Zigarettenkippe in die Grünanlagen werfen kann. Eigentlich. Schon mal von der modernen Erfindung des Mülleimers gehört? Dass dem bei vielen offenbar nicht so ist, hat die erste Aktion „Einbeck putzt sich raus“ im vergangenen Herbst gezeigt: 450 freiwillige Helfer haben 41 Säcke voller Müll in der Kernstadt gesammelt.

Die Aktion war ein Erfolg, wenn man das in diesem Falle überhaupt so sagen kann. Denn besser wäre es ja gewesen, wenn die Abfallsammler nichts gefunden und hätten sammeln müssen. Jetzt ruft die Stadt Einbeck zum zweiten Aktionstag „Einbeck putzt sich raus“ auf, am 31. März von 8 bis 17 Uhr soll erneut unter Beteiligung möglichst vieler Freiwilliger in Naturbereichen, Grünanlagen und Straßen bis hin zum Marktplatz wieder das aufgesammelt werden, was dort nicht hingehört. Ist das nicht Aufgabe der Stadt? höre ich viele schon wieder rufen. Wozu zahle ich denn Steuern? Ja, natürlich ist es Aufgabe der Kommune, für ein sauberes Stadtbild zu sorgen. Aber warum eigentlich soll die Kernstadt nicht das schaffen, was in den Dörfern seit Jahrzehnten üblich und zum wiederkehrenden Gemeinschaftserlebnis für Jung und Alt gehört? Vor allem sollten wir nicht immer alle nur fragen, was die Stadt für uns tun kann. Die Stadt – das sind wir alle.