Kolumne: Ruhe!
29.09.2017, fb – Kolumne

Lärm ist offenbar nicht gleich Lärm. Das rollende Rad eines Zuges verursacht durchaus Geräusche. Ebenso wie das fahrende Auto. Unabhängig davon, dass die Feinschmecker unter den Lärmexperten wissen, dass in manchen Fällen Lärm vor dem Fenster und manchmal dahinter gemessen wird: Einbeck braucht einen Lärmaktionsplan. Ist Vorschrift. Die Forderung kommt aus Brüssel. Bis Mitte 2018 muss jede durch Lärm von Hauptverkehrsstraßen oder Großflughäfen betroffene Kommune den Lärm dokumentieren. Und erläutern, wie sie den Lärm verringern will. Nun hat ja Einbeck bekanntermaßen keinen großen Flughafen, liegt aber an den Bundesstraßen 3 und 64. Und nur diese Straßen sollen offenbar für den Lärmaktionsplan relevant sein und untersucht werden. Nicht die Nord-Süd-Bahnstrecke, die ebenfalls nicht ganz leise sein dürfte. Ein externes Büro wird jetzt erstmal einen Plan machen.

Und als wäre es abgesprochen gewesen, hat die Stadtverwaltung wenige Tage nach der Diskussion im Ratsausschuss über den Lärmaktionsplan sozusagen vorbeugend eine Pressemitteilung herausgegeben, in der an Ruhezeiten erinnert wird. Sind Vorschrift. Steht in Verordnungen. Da geht’s zwar mehr ums Rasen mähen, aber ich bin jetzt mal sprachlos still.