Kolumne: Stehen zur Entscheidung
15.09.2017, fb – Kolumne

Kirche denkt nicht für den Moment. Kirche denkt für die Ewigkeit. Und so dauern manche Entscheidungen manchmal ein bisschen länger. Schön, dass wir nochmal darüber diskutiert haben. Und alle mitgenommen und abgeholt haben. Seit vielen Jahren sprechen die evangelischen Christen in Einbeck über ein neues Gemeindehaus, das sie gerne bauen möchten. Weil die bestehenden Häuser für Konfirmandenunterricht, Chorproben und Seniorennachmittage zu alt, zu klein, zu wenig geeignet sind für heutige Bedürfnisse. Schon vor zehn Jahren gab es die ersten Ideen, ein Gemeindehaus quasi in die Einbecker Marktkirche hineinzubauen. Gut, dass diese Pläne längst vom Tisch sind.

Mittlerweile diskutiert die inzwischen fusionierte evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Einbeck aber auch schon wieder mehr als vier Jahre darüber, wie denn ihre weitgehend leer stehende Immobilie am Stiftplatz nahe der Münsterkirche mit einem Anbau zu einem Gemeindezentrum werden kann. Vor fast einem Jahr hat sie einen Architektenwettbewerb für die einstige Superintendentur ausgelobt, um sich externen Fachverstand ins Haus zu holen. So etwas ist gut. Für die Entscheidung, wer Sieger ist, brauchte die Jury noch einmal zusätzliche Zeit, der Wettbewerb wurde verlängert. Jetzt aber steht der Gewinner seit Anfang August fest, alle Entwürfe sollen nächste Woche als erstes der Gemeinde präsentiert werden. Ein länger geplantes Pressegespräch zum Thema mit Präsentation des Siegerentwurfs wurde in dieser Woche kurzfristig abgesagt.

Ich hoffe sehr, dass der gewählte Kirchenvorstand zu seiner Entscheidung steht, den Gewinnerentwurf auch ohne wesentliche Veränderungen umzusetzen. Und nicht die Diskussion von vorne beginnt, weil Platz 3 vielleicht auch schöne Ideen hatte, die es zu bedenken und einzubauen gilt. Große Kirchen wurden zwar nie innerhalb kurzer Zeit errichtet. Für profane Gemeindehäuser sollte das aber möglich sein. Nicht, dass noch so lange diskutiert wird, bis eine weitere Nummer kleiner genügt.