Kolumne: Virtuelles neues Jahr
30.12.2016, fb – Kolumne

Nur noch wenige Stunden mit dem alten Kalender, dann ist 2017. Und längst sind die Einladungen für die ersten Veranstaltungen in dem noch jungen Jahr eingetroffen. Jetzt kam auch eine Offerte, an einem Neujahrsempfang teilzunehmen. An einem virtuellen! Im Internet! Eine Tourismusagentur schickte die Einladung zusammen mit einem Link, unter dem man sich an einem bestimmten Tag einloggen kann. Und dann sei man in Bild und Ton mit vielen weiteren an dem Thema interessierten Menschen zusammengeschaltet, heißt es in der Ankündigung. Wie praktisch: Selbst für Neujahrsempfänge muss man also offenbar nicht mehr das Haus verlassen, bin gespannt, wann die ersten regionalen Veranstalter ein solches Format durchführen: Video-Konferenz live am heimischen Computer.

Aber nein. Bitte nicht! Das wäre ja schrecklich, nicht mehr leibhaftig mit Menschen zusammenzutreffen, um ihnen mit ansteckender Herzlichkeit (und Erkältungsviren) und mit festem Händedruck ein gutes neues Jahr zu wünschen. Überhaupt besteht ja das Leben einiger Menschen in den kommenden ersten Tagen darin, mit den gleichen Leuten auf möglichst vielen Neujahrsempfängen zusammenzutreffen. Das ist Kultur! Die muss bleiben.

Und vor allem eines fehlt beim Internet-Empfang: Virtuell gibt es weder Sekt noch Häppchen.