Kolumne: Was nervt
08.09.2017, fb – Kolumne

Ich schaue zurzeit nicht mehr so oft bei Facebook & Co. vorbei. Weil es mich nervt, was ich dort lesen muss. Immer mehr nervt. Nein, es sind nicht die schicken Urlaubsbilder oder schlauen Lebensweisheiten, die so manche dort unaufhaltsam posten. Das ist ja offenbar normal, daran habe ich mich jedenfalls gewöhnt (und das mache ich ja auch manchmal). Nein, im Moment nervt mich vor allem vieles, was mit der nahenden Bundestagswahl und Landtagswahl zu tun hat. Na klar, Facebook ist vor allem eine Selbstdarstellungsplattform. Und die nutzen die regionalen Politiker, die sich zur Wahl in die Parlamente stellen, gnadenlos aus im Moment. Das ist legitim, und das sind in der Regel auch nicht die Posts, die mir auf den Geist gehen. Es sind die der politischen Fanclubs. Die Parteifreunde. Die Anhänger. Die alles und jedes von ihrem Kandidaten teilen, gut finden und positiv anhimmelnd kommentieren. Vergangenen Sonntag konnte man das abends gut verfolgen. Aber es war so ermüdend, weil erwartbar, dass CDU-Anhänger ihre Kanzlerin zur Siegerin erklärt haben, die SPD-Anhänger ihren Kandidaten. So ermüdend wie das Duell zwischen Merkel und Schulz selbst war. Manchmal fürchte ich mich davor, dass einige eine schwarze Wand als weiß bezeichnen, nur weil ihr Parteivorsitzender das so erklärt hat.