Kolumne: Woher der Wind weht
20.10.2017, fb – Kolumne

Jeder möchte, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Aber kaum jemand möchte, dass dafür ein Windrad neben seinem Haus steht. Wind ist eine erneuerbare Energieform, die immer wichtiger wird, seit die Kernenergie immer unwichtiger wird. Um Wind ernten zu können, benötigt man Windräder, die Strom erzeugen. Und zwar selbstverständlich dort, wo der Wind weht. In einer Größe und Höhe, die wirtschaftlich ist.

Damit kein Windräder-Wildwuchs droht, möchte die Stadt Einbeck zwei Areale anbieten, auf denen der Bau von Windenergieanlagen möglich ist. Es handelt sich hierbei um zwei Flächen nordöstlich von Dassensen (424 Hektar) sowie zwischen Brunsen und Stroit (194 Hektar). Die ursprünglich auch geplante Fläche nordöstlich von Ahlshausen ist aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, hier fliegt der seltene Rotmilan, hier ziehen die Kraniche. Dass diejenigen sauer sind, die auf dieser Fläche mit Wind Geld verdienen wollten, ist verständlich, aber nicht zu ändern.

Andere Gebiete werden mit dem Verfahren, das die Stadt Einbeck gerade durchführt und damit deutlich weiter ist als beispielsweise die benachbarte Kreisstadt, gleichzeitig ausgeschlossen. Ich bleibe dabei: Dieses Vorgehen als Verhinderung von Windkraft zu bezeichnen, ist abenteuerlich ideologisch. Oder anderweitig interessengesteuert. Grundsätzlich ist es der richtige Weg nach Möglichkeiten zu suchen, nicht überall Windräder erlauben zu müssen. Das wäre nämlich die Konsequenz, wenn Einbeck den Flächennutzungsplan nicht entsprechend ändern würde. Die Richtung stimmt also. Die Richtung, aus der der Wind weht.