Kriminalitätsstatistik 2016: Mehr Gewalttaten, Diebstähle und Einbrüche
17.02.2017, fb – Sonstiges, Wirtschaft

Mehr Gewalttaten, Diebstähle und Einbrüche als im Jahr zuvor hat die Polizei im Landkreis Northeim registriert. Das sagten Polizeidirektor Hans Walter Rusteberg und Kripochef Oliver Tschirner bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2016. Insgesamt ist die Zahl der Delikte in der Polizeiinspektion Northeim/Osterode leicht auf 11.965 Taten gestiegen (+374). Die Aufklärungsquote liegt mit 66,7 Prozent wie in den Vorjahren über dem Landesschnitt (61,3 Prozent), ist aber in den vergangenen Jahren seit 2011 (69 Prozent) stetig leicht gesunken. In der Polizeiinspektion Northeim/Osterode arbeiten 368 Polizeibeamte in 19 Dienststellen. Im Polizeikommissariat Einbeck wurden im vergangenen Jahr mit 1855 Straftaten weniger als noch 2015 registriert; nicht berücksichtigt sind dabei die Delikte aus dem Bereich der ehemaligen Gemeinde Kreiensen, die polizeilich weiterhin zum Kommissariat Bad Gandersheim gehört.

1254 Körperverletzungen haben die Polizeibeamten in der Statistik 2016 vermerkt, das sind 148 Delikte mehr als im Vorjahr. Die Taten würden immer roher, haben die Polizeibeamten registrieren müssen. Auch die Zahl der Diebstähle ging im Jahr 2016 nach oben: Unter den 3722 Taten (+241 Delikte) sind vor allem schwere Diebstähle (1610 Taten, +226). Allein bei den Kfz-Diebstählen nahm die Zahl von 50 auf 59 zu, besonders beliebt waren bei den Dieben dabei Audi (19, vor allem A4 und A6) und VW (9). "Das sind keine Gelegenheitstäter", sagte Kripochef Oliver Tschirner über die Autodiebe, sondern hochtechnisierte Täter. 

Bei den Einbruchsdiebstählen erreichte die Polizeiinspektion mit 307 Wohnungseinbrüchen die höchste Zahl seit zehn Jahren; davon sind allein 125 Tageswohnungseinbrüche registriert worden. Meist seien es überörtliche, durchreisende Tätergruppen ohne regionale Schwerpunkte innerhalb des Landkreises. Gute Wirkung zeige mittlerweile die intensive Präventionsarbeit der Polizei, freut sich Polizeichef Hans Walter Rusteberg: Oftmals bleibe es bei versuchten Wohnungseinbrüchen, weil die Bürger ihre Wohnungen inzwischen gut gesichert haben und die Täter nach wenigen Minuten ablassen vor ihrem Vorhaben.

Vermehrt hat die Polizei im Landkreis im vergangenen Jahr auch mit Gewalt gegen Beamte zu tun gehabt. 40 Straftaten wurden hier registriert, sieben mehr als im Jahr zuvor. Vor allem habe die Qualität der Gewalt sich verändert, es bleibe häufig nicht mehr bei Pöbeleien oder Beschimpfungen, Täter würden immer respektloser, sagte Kripochef Oliver Tschirner. Die Gewalt habe in mehreren Fällen auch dazu geführt, dass Beamte mehrere Tage dienstunfähig waren.

Straftaten von Flüchtlingen schlagen sich laut Polizeichef Hans Walter Rusteberg nicht gravierend in der Statistik nieder; etwa vier Prozent aller Straftaten seien von Menschen mit Flüchtlingsstatus begangen worden, vor allem Eigentums- und Körperverletzungsdelikte, insgesamt sei das aber "völlig unauffällig". Die dezentrale Unterbringung der geflüchteten Menschen im Landkreis habe sicherlich dazu beigetragen, sagte Rusteberg.