Kunst in Denkmälern: Festival im Fachwerk-Fünfeck
31.05.2017, fb – Politik, Wirtschaft, Sonstiges

Festival im Fachwerk-Fünfeck: Vom 29. September bis zum 8. Oktober dreht sich erstmals gemeinsam in Duderstadt, Einbeck, Hann.Münden, Northeim und Osterode neun Tage lang alles um Kunst in Denkmälern. Ihren Ursprung hat die Veranstaltung „Denkmal!Kunst KunstDenkmal!“ (DKKD) in Hann.Münden. Die Symbiose von Fachwerk und Kunst, Staub und Glitzer, Geschichte und Moderne soll auf die fünf Städte und ihre Menschen übertragen werden. An den Festivaltagen wollen sich mindestens 80 Denkmäler wie Türme, Gewölbekeller, Hinterhöfe, verlassene Orte und morbide Räume in Galerien, Ateliers oder Theater- und Konzertsäle verwandeln. Darunter werden auch Gebäude sein, die vielen unbekannt sind, in Einbeck beispielsweise die ehemalige Gertruden-Kapelle, früher vor den Toren der Stadt gelegen, jetzt ohne Glockenturm der Scheunenanbau eines Rokoko-Bürgerhauses am Neuen Markt.

Das Kultur- und Kunstfestival will Einwohner und Gäste die Einzigartigkeit der historischen Altstädte erleben lassen und deren Aufmerksamkeit auch auf bislang unsanierte und ungenutzte Baudenkmäler lenken. Nur so könne man weiteren Verfall oder gar den Abriss geschichtlicher Bausubstanz verhindern und wertvolle Impulse für die Bekämpfung des Leerstandes in den Altstädten geben, umschreiben die Festival-Macher ihr Ziel. Ein wichtiges Element des Festivals sei das bürgerschaftliche Engagement, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Herausforderung, den „Geist des Ortes“ in der ausgestellten Kunst oder den teilweise eigens angefertigten Installationen widerzuspiegeln oder zu konterkarieren, reizt gerade die bildenden Künstler, bisher haben gut 250 schaffende Künstler fest zugesagt, einige wollen Workshops für Interessierte anbieten. Musiker aus Italien, Neuseeland, der Tschechischen Republik, den Niederlanden, Dänemark und Schweden geben ihre klingende Visitenkarten in Südniedersachsen ab. Auch bei der Auswahl des Musikprogramms spielt der „Geist des Ortes“ eine wichtige Rolle. Von Klezmer über Swing, Folk, a-cappella-Variationen und südamerikanische Tangoklänge bis zu nordeuropäischen Tanzmusik ergibt sich ein Kaleidoskop an musikalischen Klangfarben.

Mit Roland Jankowski konnte man zudem im Bereich der Lesungen einen prominenten Schauspieler gewinnen, der vor allem durch sein Rolle als Kommissar Overbeck in der Wilsberg-Reihe im ZDF bekannt ist. Neben nationalen und internationalen Größen beherbergt das Festivalprogramm zahlreiche lokale und regionale Bühnenakteure, die sich einer größeren Öffentlichkeit vorstellen wollen.

Rund 250 Abendveranstaltungen bietet das Festival sein Gästen. Zwischen der Auftaktveranstaltung am 29. September, die in Osterode stattfindet, und dem Abschluss am 8. Oktober in Northeim finden diese Kulturevents statt. Ausnahme ist der 4. Oktober: Dieser Tag ist nur dem Fachwerk in Form von Vorträgen gewidmet, in denen das Wohnen und Leben mit Fachwerk thematisiert wird.

Der Gesamtetat zur Durchführung des Festivals beläuft sich auf rund 600.000 Euro. Die Volks- und Raiffeisenbanken der fünf Städte haben sich als Premiumpartner zusammengeschlossen, mit der Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland. „Für die Volksbank in Einbeck, die Volksbank Göttingen, die Volksbank im Harz, die Volksbank Mitte, die VR-Bank in Südniedersachsen und die Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland ist das DKKD-Festival ein einzigartiger Anlass, um ein förderungswürdiges Projekt zu unterstützen“, sagte Folkert Groeneveld, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank, im Rahmen der Unterzeichnung des Sponsoringvertrages in der Schachtrupp-Villa in Osterode. Bereits seit dem vergangenen Jahr fungieren ausgewählte Geschäftsstellen der Banken als Vorverkaufsstellen für die Tickets.

Für die Volksbanken ist ein Projekt wie DKKD eine innovative Idee, um potenzielle Käufer und Ideengeber für neue Lebens- oder Wohnraumkonzepte in den Altstädten zu finden. „2017 haben wir uns mit den vier weiteren regionalen Volksbanken zusammengeschlossen. Denn was der Einzelne nicht vermag zu leisten, das schaffen viele“, sagte Folkert Groeneveld bezugnehmend auf die genossenschaftliche Idee Raiffeisens, einer der Gründerväter der Volks- und Raiffeisenbanken.

Wer sich eine Dauerkarte (23 Euro) sichern möchte, sollte sich nicht allzu viel Zeit lassen; die Auflage an Dauerkarten und an Gutscheinen für Tageskarten (12 Euro) ist begrenzt und wird nicht aufgestockt. Die Eintrittskarten berechtigen zur Teilnahme an allen Ausstellungen und Veranstaltungen (außer Workshops) des Festivals in allen fünf Städten. Unter www.festival-dkkd.de gibt es weitere Informationen.