KWS bald auch in Berlin
18.07.2017, fb – Wirtschaft

Die neue Organisation der KWS-Gruppe nimmt Gestalt an, in Berlin soll es einen weiteren Verwaltungsstandort geben. Mit der künftigen Struktur, die sich an Funktionen und nicht mehr an Regionen orientiert, will KWS den internationalen Wachstumskurs unterstützen, wie die Saatzüchter heute mitteilten. Die KWS-Gruppe ist in den vergangenen zehn Jahren stetig gewachsen. Der Umsatz stieg von rund 500 Millionen Euro auf rund 1,037 Milliarden Euro; die Zahl der Mitarbeiter hat sich in dem Zeitraum auf rund 5000 fast verdoppelt. Mehr als 80 Prozent des Umsatzes erzielt KWS im Ausland. Das Konzept werde im Grundsatz auch vom deutschen Betriebsrat und der europäischen Mitarbeitervertretung mitgetragen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Arbeitsplätze werden im Zuge der Neuorganisation nicht abgebaut“, betont KWS-Vorstandssprecher Dr. Hagen Duenbostel. Im Gegenteil:  KWS plant, im laufenden Geschäftsjahr weltweit rund 350 neue Arbeitsplätze zu schaffen, ein Großteil davon in Einbeck, teilte das Unternehmen heute mit. Das im Frühjahr 2016 begonnene Projekt verläuft nach Mitteilung des Saatzuchtunternehmens planmäßig, Details werden in den nächsten Monaten ausgearbeitet, die Umsetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das neue Modell löst eine an Regionen ausgerichtete Organisation ab. Im Kern geht es laut KWS darum, Verwaltungsleistungen zusammenzuführen und Geschäftsprozesse für 70 Länder effizient zu steuern. „So zentral wie möglich, so dezentral wie nötig“, beschreibt KWS-Finanzvorstand Eva Kienle den Grundsatz der künftigen Organisation. Dadurch lasse sich auch die Expertise innerhalb der Funktionen bündeln. „Wir sind so für weiteres Wachstum besser gerüstet und können zugleich auch unsere Unternehmenswerte weltweit verankern.“

„Bei der strukturellen Anpassung geht es um Professionalisierung und nicht um Rationalisierung. Wir wollen weiterhin wachsen. Dafür brauchen wir langfristig mehr Mitarbeiter, die weltweit effizient zusammenarbeiten.“ In dem Zusammenhang soll ein zusätzlicher Standort für administrative Einheiten in Berlin entstehen und das Hauptquartier in Einbeck ergänzen. Als internationale Metropole sei Berlin ein attraktiver Standort, um weitere global ausgerichtete Fach- und Führungskräfte für KWS zu gewinnen. Soweit es aber möglich ist, sollen Mitarbeiter aus der KWS-Gruppe den Kern der Belegschaft am Berliner Standort bilden. „Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel des KWS-Erfolgs. Daher versuchen wir, alle Mitarbeiter zu halten und sie für die neue Struktur zu gewinnen“, erklärte Duenbostel.

„Wir haben uns nicht zuletzt wegen der kulturellen und geographischen Nähe zum Hauptsitz Einbeck für Berlin entschieden und wollen damit die Wurzeln der KWS in Deutschland unterstreichen“, sagt Duenbostel. Einbeck werde auch weiterhin ein zentraler Dreh- und Angelpunkt der KWS-Aktivitäten bleiben und in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. Allein in die Erweiterung der Zuckerrübensaatgut-Produktion investiert KWS aktuell mehr als 40 Millionen Euro.