KWS: Wieder ein Büchting im Vorstand
24.10.2018, fb – Wirtschaft

Der Aufsichtsrat der KWS hat zum 1. Januar 2019 Felix Büchting (44) zum Vorstandsmitglied des Saatzuchtunternehmens in Einbeck bestellt. Der Vorstandskreis erweitert sich damit auf fünf Mitglieder. Der Sohn des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Andreas Büchting erhält einen Vertrag für fünf Jahre und übernimmt die Ressorts Getreide, Human Resources (Personal) und Landwirtschaft. Die Familie der Mehrheitsaktionäre Büchting/Oetker ist damit wieder im Vorstand und damit im operativen Geschäft vertreten. Felix Büchting war bereits 2005 bis 2007 im Unternehmen tätig, bevor er weitere berufliche Erfahrungen außerhalb der KWS sammelte, wie das Unternehmen heute mitteilte. Seit 2016 ist der promovierte Agrarbiologe wieder für KWS tätig und leitet aktuell das Segment Getreide.

Wie geplant werden Aufsichtsrat und Vorstand den Aktionären bei der am 14. Dezember stattfindenden Hauptversammlung einen Wechsel der Rechtsform der KWS Saat SE in eine SE & Co. KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) und einen Aktiensplit im Verhältnis 1:5 vorschlagen. Die Aktionäre der KWS Saat SE werden automatisch Kommanditaktionäre der KWS Saat SE & Co KGaA. Komplementärin der KGaA wird die KWS SE. Darin haben die Familienaktionäre Büchting und Oetker die Mehrheit der Stimmrechte. Aufgabe der KWS SE ist die Geschäftsführung und damit die langfristige und strategische Steuerung. Für die Mitarbeiter bleibe weitgehend alles beim Alten, betont das Unternehmen: Alle Arbeitsverträge und alle mit den Arbeitnehmervertretungen geschlossenen Vereinbarungen haben unverändert Bestand, heißt es.

Insgesamt soll mit der Umwandlung sichergestellt werden, dass die familiengeprägten Mehrheitsverhältnisse bei KWS auch bei einer Kapitalerhöhung mit Ausgabe neuer Aktien unbeeinträchtigt bleiben. „Wir erhalten am Kapitalmarkt bessere Finanzierungsmöglichkeiten – etwa für Akquisitionen, um das KWS-Portfolio sinnvoll zu erweitern. Zugleich bleibt die bewährte Unternehmenssteuerung durch unsere Kernaktionäre erhalten“, begründet Vorstandssprecher Dr. Hagen Duenbostel.

Um die Liquidität der Aktie zu steigern, wird außerdem ein Aktiensplit im Verhältnis 1:5 vorbereitet, verbunden mit einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln der KWS Saat SE. An den Beteiligungsverhältnissen ergeben sich durch den Aktiensplit keine Änderungen. Die Aktionäre brauchen keine Zuzahlungen zu leisten.

Mit Abschluss des Geschäftsjahres 2017/2018 blieb der Umsatz der KWS-Gruppe währungsbedingt mit 1.068,0 Millionen Euro nahezu auf Höhe des Vorjahres, teilte KWS am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz mit. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz um 3,5 Prozent gestiegen. Das EBIT der KWS-Gruppe blieb im Vergleich zum Vorjahr trotz rund 40 Millionen Euro höherer Aufwendungen mit 132,6 (Vorjahr: 131,6) Millionen Euro konstant. Die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung wurden um rund 4 Prozent auf 197,7 Millionen Euro angehoben, womit KWS den strikten Ausbau der Forschung & Entwicklung trotz rückläufigem Umsatz weiter fortsetze, teilt das Unternehmen mit. Die Verwaltungskosten lagen unter anderem durch die Neuausrichtung der Unternehmensorganisation mit 95,8 Millionen Euro rund 20 Prozent über dem Vorjahr.

Der Jahresüberschuss der KWS Gruppe erreichte 99,7 Millionen Euro nach 97,7 Millionen Euro im Vorjahr. Das Betriebsergebnis blieb mit 132,6 (131,6) Millionen Euro ebenfalls nahezu konstant. Vorstand und Aufsichtsrat von KWS werden daher der Hauptversammlung am 14. Dezember auch für das Geschäftsjahr 2017/2018 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3,20 (3,20) Euro vorschlagen. Damit würden 21,1 (21,1) Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet. Dies entspräche einer Ausschüttungsquote von 21,2 (21,6) Prozent, mit der KWS weiterhin im Rahmen ihrer an der Ertragskraft des Unternehmens ausgerichteten Ausschüttungspolitik einer Dividendenzahlung von 20 bis 25 Prozent des Jahresüberschusses der KWS-Gruppe bleiben würde.