Maikundgebung: Vielfalt, Gerechtigkeit und Solidarität
01.05.2018, fb – Politik, Wirtschaft

Im Zeichen von Vielfalt, Gerechtigkeit und Solidarität stand heute die Maikundgebung in Einbeck. Rund 100 Teilnehmer hörten auf dem Möncheplatz die Mairede von Lea Arnold vom DGB-Bezirk Niedersachsen. Die Gewerkschaftssekretärin fordert am Tag der Arbeit gute Löhne für gute Arbeit, einen solidarischen Sozialstaat und Mitbestimmung am Arbeitsplatz. Angesichts der aktuellen Herausforderungen, unter anderem einem "neuen digitalen Kapitalismus", gelte auch in Zukunft: "In unserer Erwerbsgesellschaft ist Vollbeschäftigung zu guten Arbeitsbedingungen der Schlüssel für ein Leben in Würde, für mehr Gerechtigkeit und Selbstbestimmung." Die Gewerkschaften hätten maßgeblich dazu beigetragen zu erstreiten, was für viele Beschäftigte heute selbstverständlich sei.

Für die gesellschaftliche Teilhabe und den Zusammenhalt in Deutschland sei es elementar, "dass für alle Aufgaben der öffentlichen Hand genügend Geld zur Verfügung steht, zum Beispiel für den Infrastrukturausbau, einen modernen öffentlichen Dienst, Bildungsausgaben oder für den sozialen Ausgleich in unserem Land", sagte Lea Arnold. Niedersachsen benötige eine Investitionsoffensive, um den gigantischen Sanierungsstau abzubauen und in die Zukunft zu investieren. Marode Brücken, kaputte Schuldächer, geschlossene Theater, kaum bezahlbare Wohnungen - da seien Milliarden notwendig, die öffentliche Infrastruktur verfalle immer mehr. Lea Arnold deutlich: "Schafft endlich die scheiß Schuldenbremse ab."

Die Gewerkschafterin appellierte an die Kundgebungsteilnehmer, "ein eindeutiges Zeichen für Demokratie und Toleranz" zu setzen. "Wir verteidigen die Demokratie gegen jede Form von Autoritarismus, Rechtsextremismus und -populismus, von Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, von sozialer Spaltung und neoliberalem Marktradikalismus."

Die selbst ernannte "Alternative für Deutschland", die jetzt in vielen Parlamenten sitze, wolle "den Keil der Spaltung in unsere Gesellschaft treiben", sagte Lea Arnold. Das Programm der AfD sei voller Angriffe auf Beschäftigte und Erwerbslose. Und das, was es noch zu verteilen gebe, solle nur an Deutsche gehen, fordere die AfD.

Lea Arnold: "Nur wenn wir Beschäftigte in Solidarität zusammenstehen, können wir uns gegen die Angriffe durch Politik und Arbeitgeber wehren." Es sei dabei völlig egal, woher die Kollegen kommen. "Wir sind viele, und wir sind Vielfalt", sagte Arnold. "Wir kämpfen für eine Politik, die Gerechtigkeit und ein Miteinander schafft. Dafür haben wir jahrzehntelang hart gerungen. Auch aus diesem Grund sind wir heute hier!"

Einbecks DGB-Vorsitzender Peter Zarske hatte die Teilnehmer der Kundgebung begrüßt. Katharina Laue warb für das engagierte Bündnis "Einbeck ist bunt", das sich gegen Rassismus und Extremismus für ein vielfältiges, demokratisches und buntes Einbeck einsetzt. Sie lud zu einer im Juni in der Rathaushalle geplanten Veranstaltung mit dem bekannten Kriminologen Prof. Christian Pfeiffer ein. Die Musik kam wieder von Tatjana und Marcus als "Catuna Jam".

Achim Wenzig (IG Metall) dankte abschließend allen Beteiligten, unter anderem den an den Info-Ständen aktiven Gewerkschaftsvertretern, und auch der Polizei, die ein wachsames vorbeugendes Auge auf der Veranstaltung gehabt habe, damit diese nicht von Rechts hätte gestört werden können. Traurig sei, dass dies wieder notwendig sei.