Neue kostbare Südniedersachsen aus Einbeck
23.03.2018, fb – Wirtschaft

Das Alter des Unternehmens spielt keine Rolle: Die 380 Jahre alte Tradition des Einbecker Blaudrucks und die erst vor einem Jahr eröffnete Einbecker Kaffeerösterei, das ebenso neue Einbecker Mostwerk sowie das vor zwölf Monaten gestartete neue „Salzderheldener Wiesenei“ tragen jetzt gleichermaßen das Qualitätssiegel „Kostbares Südniedersachsen“. Insgesamt sieben Mitglieder des Regionalen Erzeugerverbandes aus dem Landkreis Northeim haben Glaubwürdigkeitsurkunden entgegen genommen, die für zwei Jahre gelten. Damit ist inzwischen ungefähr die Hälfte des mehr als 100 Mitglieder zählenden Verbandes geprüft. Das Label dürfen neu verwenden: Fleischerei Breitzke (Einbeck), Landwirt Jörg Brinckmann (Einbeck-Naensen), Imkerei Winfried de Klein (Einbeck-Greene), Hof Wolper (Einbeck-Salzderhelden), Einbecker Blaudruck, Einbecker Mostwerk und Einbecker Kaffeerösterei.

Voraussetzung dafür, die Marke zu erreichen, ist die Herkunft der Rohstoffe und die Be- und Verarbeitung: Sie muss in den Landkreisen Northeim, Göttingen/Osterode, Goslar oder Hildesheim verortet sein. Ausnahmen sind möglich, der Rohkaffee der Rösterei kommt beispielsweise natürlich nicht aus dem Landkreis. Und Transparenz ist dem Regionalverband sehr wichtig. Echt, ehrlich, regional – diesen Anspruch des Regionalen  Erzeugerverbandes Südniedersachsen zu definieren und bei den Mitgliedsbetrieben zu überprüfen ist Aufgabe des sechsköpfigen Qualitätsausschusses unter der Leitung von Jürgen Hoffmeister. Alle neuen „kostbaren“ Betriebe des Regionalen Erzeugerverbandes Südniedersachsen erläutern Interessierten gerne, wie sie produzieren.

Seine 700 Duroc-Schweine hält Landwirt Jörg Brinckmann auf Stroh, versorgt sie mit eigenem Futter, kauft seine Ferkel beim Versuchsgut in Relliehausen. Rund ein Viertel der in Kalefeld geschlachteten Schweine bleiben im Raum Einbeck, unter anderem bei der Fleischerei Breitzke. Dort weiß man das festere Fleisch zu schätzen, das nicht sofort zerkocht. Manfred Breitzke produziert mit seinem Team und 60 Jahren Erfahrung in der Branche Wurst und Fleischwaren nach alten Familienrezepten. So ist in seinem Mett als besonderes Qualitätsmerkmal Schinkenfleisch drin.   

Die 50 Bienenvölker von Winfried de Klein fliegen zwischen Alfeld und Greene vor allem auf Raps und Linden, nur seinen Akazienhonig muss er in Brandenburg sammeln lassen, weil Bienen hier in der Region keine Akazien finden. Die schlechtere Apfelernte hat das gerade gegründete Einbecker Mostwerk eine trotzdem erfolgreiche Startphase beschert, in der dadurch noch manches ausgetestet werden konnte. Der mobile Most-Anhänger ist als Dienstleister unterwegs und verwandelt Äpfel (und anderes Obst) zu Saft. Erfolgreich ist auch Hendrik Wolper mit seinem „Salzderheldener Wiesenei“: Rund 800 Legehennen in zwei mobilen Hühnerställen bekommen alle 14 Tage eine neue Wiesen-Fläche, auf der sie picken und sich bewegen können. In den nächsten Monaten verstärkt er sich mit zwei weiteren mobilen Ställen, denn momentan sind jeden Tag seine Eier ausverkauft.

Ulf Ahrens und Ursula Schwerin erhalten seit 13 Jahren die seit 1638 bestehende Tradition des Einbecker Blaudrucks, färben im Lohnauftrag, bieten aber auch eigene Textilien an – ebenso wie Führungen und Workshops. Auch die Einbecker Kaffeerösterei von Alexander Pohl informiert die Kunden gerne bei Schulungen, woher die Kaffeebohnen stammen. Im Gegensatz zu den Großröstereien werden die sortenreinen Kaffeebohnen in Einbeck langsamer und damit schonender geröstet.