Neue Nachbarn: Neue Beratungsstelle
03.11.2017, fb – Sonstiges, Wirtschaft

Das Projekt "Neue Nachbarn" zur Betreuung von Flüchtlingen in Einbeck hat Auf dem Steinwege 7 eine neue Beratungsstelle bezogen. Auf knapp 70 Quadratmetern in zwei Räumen können jetzt Flüchtlinge bei der Integration begleitet werden, dort in dem einstigen Blumenladen finden Deutsch-Kurse statt, jeden Freitag ein Nähnachmittag. Auch für bürokratische Probleme ist jemand vor Ort erreichbar. Die neue Beratungsstelle ist nur wenige Meter entfernt von den bislang von den "Neuen Nachbarn" genutzten Räumen im Museumscafé. Für diskrete Beratung waren diese nicht gut geeignet, unter anderem das sei jetzt besser, freut sich Flüchtlingssozialarbeiter Roland Heimann, der neben Mayssam Freitag Ansprechpartner ist. Freitag ist gebürtige Libanesin, lebt aber seit Jahren in Kuventhal und verstärkt das Team seit Mai.

Aktuell leben rund 500 Flüchtlinge in Einbeck, etwa die Hälfte davon ist zu betreuen, sie benötigen Unterstützung beim Start in Deutschland. Die Zahlen schwanken durch Umzüge der Betroffenen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und ihr Fachbereichsleiter Arnd Severidt dankten dem Projekt "Neue Nachbarn" der Diakonie-Stiftung Nächstenliebe für die bereits geleistete Arbeit und die, die noch vor ihnen liegt. Die Kommune allein hätte die Aufgabe ohne auch das ehrenamtliche Engagement nicht leisten können. Nach der Hochphase in den Jahren  2015/16 habe die ehrenamtliche Hilfe erwartungsgemäß inzwischen nachgelassen, berichtete Marco Spindler von der Diakonie-Stiftung.

Die "Neuen Nachbarn" werden finanziert von der Stadt Einbeck, von der AKB-Stiftung, vom Landkreis Northeim, von der Landeskirche Hannovers und durch das Land Niedersachsen. Ziel ist, die dezentral in Einbeck lebenden Geflüchteten in das Gemeinwesen vor Ort einzubinden. Die "Neuen Nachbarn" wollen konkrete Angebote entwickeln, damit die geflüchteten Menschen ein möglichst hohes Integrationsniveau erreichen können (Sprache, Beruf, Kultur). Die Geflüchteten sollen befähigt werden, ein selbstbestimmtes Leben mit einer guten Balance zwischen der eigenen und der neuen Kultur in Deutschland zu führen. Dafür werden Alltagsbegleiter oder Dolmetscher ebenso vermittelt wie Sprachkurse koordiniert und durchgeführt und Kulturveranstaltungen angeboten. Außerdem betreiben die "Neuen Nachbarn" das Gebrauchtwarenmagazin am Hullerser Tor, bietet eine Krabbelgruppe "Brücken bauen" an, vermitteln Fahrräder und Radfahrkurse, unterhalten eine Fahrradwerkstatt.

Ab 15. November wird es in der neuen Beratungsstelle Auf dem Steinwege 7 einmal pro Monat in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer eine Gelegenheit geben, den Flüchtlingen weitere Arbeitsmöglichkeiten zu eröffnen.