„Pfad für Kinder“ erhält Georgspreis der Freimauerloge
24.11.2017, fb – Wirtschaft, Sonstiges

Ihren diesjährigen Georgspreis hat die Freimaurerloge „Georg zu den drei Säulen“ an „Pfad für Kinder“ verliehen, einen Verein für Pflege- und Adoptivfamilien in Südniedersachsen. „Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe und begleiten die Mitgliedsfamilien beratend durch ihren oftmals nicht ganz unbeschwerten Alltag“, sagte der „Meister vom Stuhl“ der Loge, Dr. Volker Bullwinkel, zur Begründung. Der Georgspreis wurde zum dritten Mal vergeben und ist mit 3000 Euro dotiert, die für die Vereinsarbeit eingesetzt werden sollen. Um den Preis könne sich niemand bewerben, sagte Bullwinkel. „Wir suchen nach Menschen, die sich einem Ideal verschrieben haben.“ Bei „Pfad für Kinder“ sei das zweifellos der Fall.

Die Vorsitzende Irm Wills aus Einbeck dankte für den Georgspreis. Bei „Pfad für Kinder“ sind nach ihren Angaben zurzeit 33 Familien in Südniedersachsen organisiert, die Kinder aufnehmen. Der 1989 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien zu beraten, ihnen Fortbildungen und Seminare anzubieten und die Lobby für Pflegekinder zu verbessern. Viele hätte leider nicht mehr das Gefühl, „dass Kinder unsere Schätze sind“, sagte Wills.

„Pfad für Kinder“ will kompetenter Ansprechpartner für interessierte Familien sein und über das spannende Leben mit Pflege- und Adoptivkindern aufklären. „Pflegefamilien können Kindern aus schwierigen Verhältnissen Geborgenheit und geregelte Alltagsstrukturen geben“, sagte Wills. „Allerdings werden Familien, die bereit sind, ein fremdes Kind aufzunehmen, nicht selten auf eine Belastungsprobe gestellt.“ Meist sei wenig über die Vorgeschichte des Kindes bekannt, oft glaube die neue Familie, alles wieder heilen zu müssen, was dem Pflegekind in früherer Zeit widerfahren sei, berichtete Irm Wills, die mit ihrem Mann Frank Oppermann seit 1995 bereits insgesamt 14 Kinder betreut hat: „Jedes Kind bringt seine Geschichte mit.“ Es dauere rund sechs Monate, bis ein Pflegekind in der neuen Familie ankomme. Hilflosigkeiten hätten alle Pflegefamilien schon erlebt, hier wolle der Verein mit regelmäßigen Treffen und Familienwochenenden die Plattform bieten, untereinander die Erfahrungen auszutauschen.

Der Georgspreis kommt seit 2015 jährlich Organisationen und Initiativen in der Region zugute, deren Streben und Handeln auf die Förderung von Toleranz und Humanität ausgerichtet ist. Der karitative Gedanke ist Teil des Selbstverständnisses der Freimaurer, sagt Dr. Volker Bullwinkel, „Meister vom Stuhl“ und damit Vorsitzender der 1797 gegründeten Einbecker Freimaurerloge „Georg zu den drei Säulen“. Bereits seit den Anfängen der 220-jährigen Logengeschichte engagieren sich die Mitglieder in Einbeck und der Region. Als die Northeimer Loge „Otto zu den fünf Türmen“ vor 20 Jahren ihre Pforten geschlossen hat, traten die Mitglieder der Einbecker Loge bei. Heute gehören ihr mehr als 30 Männer aus allen sozialen Schichten, Bildungsgraden und Glaubensvorstellungen an, welche die Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität im Alltag leben wollen.