Preise für Eichen-Wertholz steigen weiter
15.01.2018, fb – Wirtschaft

Ein neuer historischer Höchststand beim Eichenpreis und eine geringere Holzernte haben die diesjährige Buntlaub- und Eichenwertholz-Submission der für den Privatwald zuständigen Landwirtschaftskammer und der Landesforsten bestimmt. 589 Euro pro Festmeter Eiche und damit noch einmal 9 Euro mehr als im vergangenen Jahr markieren einen neuen Spitzenpreis. „Viele Förster und Waldbesitzer haben sich entschieden, die Bäume wegen des anhaltenden Regens in diesem Jahr nicht zu fällen“, sagte Forstamtsleiter Michael Degenhardt am Samstag auf dem Holzlagerplatz Vogelbeck, wo in diesem Jahr allein rund 400 Festmeter weniger Baumstämme als üblich lagern. Insgesamt war das Holzangebot mit 2942 Festmetern auf den drei Plätzen in Vogelbeck, Liebenburg und  Suterode gut ein Drittel kleiner als im Vorjahr (4307). 2017 war die Menge jedoch im Vergleich zu den Vorjahren besonders hoch. Ein Festmeter (Fm) entspricht einem Kubikmeter Holz. Dominierende Holzart war mit 1397 Fm erneut die Eiche, gefolgt von der Esche mit 1263 Fm.

Der Gesamtumsatz lag bei rund 1,19 Millionen Euro (Vorjahr: 1.736.456 Euro), was über alle Holzarten einem durchschnittlichen Erlös von 408 Euro (405) entspricht. Die Resonanz sei wieder sehr gut gewesen, sagte Degenhardt. Es haben 40 (Vorjahr: 36) Holzkäufer aus Deutschland, Polen und Dänemark insgesamt rund 10.000 Gebote (Vorjahr: 12.888) abgegeben. Das sind 7,7 Gebote pro Los (Vorjahr: 7,5). Ein Los ist eine Verkaufseinheit und kann aus einem oder mehreren Stämmen bestehen. 99 Prozent des Holzes konnten verkauft werden.

Die teuerste Eiche brachte 1389 Euro je Festmeter (Vorjahr: 1248 Euro). Interessant war laut Degenhardt wieder das Angebot an so genannten Katzenpfoteneichen. Das sind Eichen mit Beulen und feinen Ästchen, die ein sehr begehrtes Furnierbild geben. Die eigentlich für die Sägewerke minderwertigen Eichen wurden mit bis zu 679 (487) Euro pro Festmeter verkauft. Aber auch für Lärchen wurden Spitzenpreise bezahlt: Eine besonders gute erlöste 537 Euro/Festmeter, durchschnittlich kosten Lärchen 327 Euro.

Da Kirschen- und Bergahornholz auch dieses Jahr nicht in Mode ist, wurden nur sehr wenige Stämme angeboten. „Ein tolles Ergebnis erzielte ein Nussbaum, der für 1100 Euro pro Festmeter verkauft werden konnte“, berichtete Degenhardt. Auch Eschen von guter Qualität waren erneut sehr gefragt. Der Durchschnittspreis ist auf 223 Euro je Festmeter gestiegen; in der Spitze erzielte eine Esche 468 Euro pro Festmeter.

Bei der jährlichen, mittlerweile 27. Wertholzsubmission arbeitet das für den Privatwald zuständige Landwirtschaftskammer-Forstamt Südniedersachsen Hand in Hand mit den niedersächsischen Landesforsten. Der Holzlagerplatz Vogelbeck gehört mit einer Fläche von rund sechs Hektar und einer Lagerkapazität von etwa 3000 Festmetern Holz zu den größten Wertholzplätzen Deutschlands. Eigentümer ist die Holzlagerplatz Vogelbeck GbR mit den Gesellschaftern Forstbetriebsgemeinschaft Northeim und Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover. Eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Waldbesitzern. Vorsitzende der FBG sind Hilmar von Petersdorff-Campen (FBG Northeim etwa 8000 Hektar Mitgliedsfläche) und Dr. Bernd von Garmissen (FBG Südhannover etwa 18.000 Hektar Mitgliedsfläche).