Rotary-Club feiert 50. Geburtstag
28.10.2018, fb – Wirtschaft

Er ist ein 68-er: Mit einem „informativen, unterhaltsamen und genussreichen Jubiläumsfest“, wie es der Präsident umschrieb, und 170 Gästen im Forum der Berufsbildenden Schulen Einbeck hat der Rotary-Club Einbeck-Northeim seinen 50. Geburtstag gefeiert. Statt Geschenken hatte der Club zu Spenden für die weltweite  Rotary-Aktion „End Polio Now“ aufgerufen und konnte am Ende eine Summe in Höhe von 15.000 Euro überreichen. Mit dem Geld und daraus finanzierten über 60.000 Impfdosen können mehr als 20.000 Kinder Impfschutz erhalten.

Distrikt-Governor Dr. Udo Noack (Hildesheim) nahm den kunstvoll mit Münzen und Zuckerstücken gestalteten symbolischen Scheck von Club-Präsident Hans Walter Rusteberg (Northeim) mit Freude entgegen. Die Kinderlähmung (Polio) sei zwar weltweit zu 99,9 Prozent ausgerottet, aber nur wenige neue Fälle könnten ohne Impfungen die Krankheit wieder wie eine Epidemie ausbrechen lassen, dankte Rusteberg für die Unterstützung im Kampf gegen Polio. Der Rotary-Club Einbeck-Northeim hat aktuell 77 Mitglieder, darunter drei Frauen, und ist einer von weltweit 32.000 Service-Clubs mit 1,2 Millionen Mitgliedern der 1905 gestarteten Rotary-Bewegung.

Club-Präsident Hans Walter Rusteberg erinnert an die Gründung des Clubs vor 50 Jahren auf Initiative aus Göttingen. 1968 sei ein Jahr des Umbruchs und der einschneidenden gesellschaftlichen Veränderungen gewesen, sei zum Synonym einer ganzen Generation geworden. Seit der Gründung habe es bei rund 2500 Clubtreffen in Einbeck und Northeim einen regen Gedankenaustausch der aus verschiedenen Berufen stammenden Mitglieder untereinander gegeben, sagte Rusteberg: „Wir sind füreinander da, von Freund zu Freund.“ Der Gemeinschaftssinn lasse Rotarier sich engagieren. Die vom Club Einbeck-Northeim geleistete finanzielle Unterstützung erreichte viele Projekte, von der Schuldnerberatung über Berufsinfotage und die Sprachförderung für Flüchtlinge bis zu Hospizstiftungen. Seit 2003 fördert der Club eine Mädchenschule in Afghanistan und kümmert sich außerdem seit Jahrzehnten um den internationalen Austausch von Jugendlichen, vertiefe damit die Völkerfreundschaft, sagte Rusteberg.

Distrikt-Governor Dr. Udo Noack überbrachte die Grüße des Rotary-Weltpräsidenten Barry Rassin und wünschte sich vom hiesigen Club, der zu den mitgliederstärksten im Distrikt 1800 gehört, im Engagement nicht nachzulassen, gerade auch beim internationalen Austausch. Jugendliche seien Friedensbotschafter. „Freunde bekämpfen sich nicht“, sagte er. Gerade bei den aktuellen geopolitischen Veränderungen habe Rotary die Verpflichtung, durch seine weltweiten Verbindungen zur Friedenssicherung beizutragen: „Wir Rotarier sind die Brückenbauer.“

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel gratulierte den Rotariern zum Geburtstag, seit 50 Jahren seien sie Suchende, wo sie ihre Erfahrung und Hilfe einbringen können. „Sie haben sich ihren guten Ruf mit vielen Taten erworben“, dankte die Landrätin für ein halbes Jahrhundert selbstloses Dienen. Das sei in einer Welt, in der man manchmal glaube, sie sei nur von Egoismus durchzogen, nicht hoch genug zu schätzen. „Bleiben Sie weiterhin so engagiert“, bat Klinkert-Kittel die Mitglieder des Rotary-Clubs.

Im Festvortrag erläuterte der emeritierte Professor der Technischen Universität Clausthal, Michael F. Jischa (81), „Wie die vier Gutenberg-Revolutionen die Welt verändert haben“. Nach Sprache, Schrift und Buchdruck habe vor 50 Jahre mit der Digitalisierung die vierte Revolution der Menschheitsgeschichte eingesetzt. Welches die fünfte Revolution sein werde, werde er oft gefragt, sagte Jischa. „Ich weiß es nicht.“ Der Professor für Technische Mechanik appellierte, den „Schatz Europa“ bei allen Veränderungen zu erhalten, dafür sei keine Anstrengung zu groß. Denn dort hätten sich schon vor 500 Jahren bedeutende Wissenschaftler und Künstler ausgetauscht und ihre Erfindungen für die Menschheit hervorgebracht.  

Bereichert wurde das Jubiläum im BBS-Forum durch ein von Schülern der Berufsfachschule Hauswirtschaft serviertes warmes Buffet sowie verschiedene Ensembles der Mendelssohn-Musikschule Einbeck.