Saft aus heimischen Äpfeln pressen
09.09.2017, fb – Wirtschaft

Mit fünf Apfelbäumen im heimischen Garten begann vor zwei Jahren alles. Was anfangen mit den Äpfeln? Eine kleine Saftpresse lieferte Vater, Sohn und Enkelsohn zunächst die Lösung. Doch das genügte den drei Einbeckern schnell nicht mehr, um aus dem vorhandenen Obst leckeren Saft zu gewinnen. Jetzt sind Siegfried, Stefan und Paul-Ferdinand Kappey gemeinsam mit ihrem angestellten Saftmeister Rüdiger Wille den nächsten Schritt gegangen und haben das Unternehmen „Einbecker Mostwerk“ gegründet. „Streuobst und Äpfel aus dem eigenen Garten sind im Gegensatz zu den hochgezüchteten Handelssorten ideal zu vermosten“, wissen die Saftexperten. „Die Säurebetonung und eine feste Struktur garantieren einen vollen Geschmack und eine längere Haltbarkeit.“ Beim Regionaltag am 17. September in Iber ist das Mostmobil in Aktion zu sehen.

Mit ihrem kompakten Mostmobil arbeiten sie in Kooperation mit dem Obsthof Wedemeier vor allem im Einbecker Ortsteil Iber, kommen mit dem Mostwerk-Anhänger aber auch zu den Kunden und zu deren Veranstaltungen. Das Saftmobil ist eine komplette Mosterei auf vier Rädern, der 4x2 Meter große und 2,20 Meter hohe, 2500 Kilogramm schwere Anhänger benötigt einen Trinkwasseranschluss, einen Wasserablauf und einen Stromanschluss.

Die Einbecker Mostwerker haben ihre mobile Saftpresse nicht fertig aus den Katalog gekauft, sondern sich Anhänger, Hochdruckreinigung oder Kompressor von lokalen Händlern liefern und umbauen lassen. Auch das sehen die Gründer als gelebte regionale Zusammenarbeit. Insgesamt haben sie einen hohen fünfstelligen Betrag investiert, um mit dem „Einbecker Mostwerk“ starten zu können. Im Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen haben sich die drei Generationen Kappey und Rüdiger Wille kennengelernt, der in Stroit Hochlandrinder züchtet. Außerdem den Obstbau-Hof Wedemeier aus Iber als Kooperationspartner. Sie alle verbindet der Anspruch, regionale Qualität zu liefern.

75 Kilo Äpfel verwandelt das Mostmobil in 30 Minuten in etwa 50 Liter Saft. Und das funktioniert in vier Schritten: Die Äpfel gelangen über ein Förderband in die „Waschanlage“, dann werden die Äpfel mit einer Rätzmühle zur Maische zerkleinert und gepresst, der so gewonnene Saft wird pasteurisiert (auf 78 Grad erhitzt und damit haltbarer gemacht) und abschließend in ein Boxsystem abgefüllt. Die übrig bleibenden Fruchtfleischreste (Trester) werden gerne von Landwirten ans Vieh verfüttert oder als Dünger verwendet. In dem verwendeten „Bag-in-Box-System“ befindet sich der Apfelsaft in einem lebensmittelechten, recylebaren Folienbeutel mit Zapfhahn, aus dem mehrere Monate lang problemlos auch nach Anbruch der Saft ins Glas kommen kann.

Ein Video gibt es hier.

Der Regionaltag des Erzeugerverbandes Südniedersachsen findet am Sonntag, 17. September, von 11 bis 18 Uhr bei einem Tag des offenen Hofes in Iber auf dem Obsthof Wedemeier statt. Dort ist nicht nur das „Einbecker Mostwerk“ vertreten. Insgesamt 15 regionale Erzeuger präsentieren sich und ihre Produkte, die Bandbreite reicht dabei vom Honig und Senf über Freilandeier und Kaffee bis zu Edelessigen oder Müslis. Regionale Lebensmittel wie die Bratwurst von Dolle aus Lutterhausen, Fleisch- und Krakauerwurstspezialitäten von Stroiter Hochlandrindern oder Apfelkuchen aus Immensen können die Besucher probieren. Bei Rundfahrten über die Felder und Plantagen können Besucher erfahren, wo die Äpfel oder wo der Grünkohl wachsen und wie viel Arbeit dahinter steckt. Es spielt der Musikzug Thüdinghausen, es singt der Gesangverein Iber.